Jodsalz


Definition:

Kochsalz, das mit chemisch hergestelltem Jod oder natürlichen Jodquellen angereichert wird.

Geschichte:

Jod ist ein lebensnotwendiges Spurenelement, das regelmäßig mit der Nahrung aufgenommen werden muss. Es wird zum Aufbau der Schilddrüsenhormone benötigt, die Wachstum, Entwicklung und Stoffwechsel regulieren. Zu wenig Jod kann zum Beispiel einen Kropf verursachen. Jodmangel kann auch zu Merk- und Lernschwierigkeitn bei Jugendlichen führen.

Algen und Seefisch enthalten natürlicherweise viel Jod. In Pflanzen gelangt es aus dem Boden, der in Deutschland jedoch nicht viel davon enthält. Deshalb wird Salz hierzulande seit den 90er Jahren mit dem Spurenelement angereichert, ebenso Tierfutter, so dass vor allem Kuhmilch, aber auch Fleisch und Wurstwaren Jod liefern. Auch viele Bäcker backen ihr Brot mit jodhaltigem Salz. Seitdem hat sich die Jodversorgung der Bevölkerung verbessert. Doch seit einiger Zeit ist sie wieder rückläufig, vor allem bei Kindern. Experten führen die Entwicklung darauf zurück, dass die Lebensmittelhersteller mittlerweile wieder weniger Jodsalz verwenden. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE)  empfiehlt daher Privathaushalten wie auch dem Ernährungshandwerk weiterhin,  jodiertes Speisesalz zu verwenden.

Allerdings gibt es auch kritische Stimmen zur sogenannten Zwangsjodierung, denen zufolge die zusätzliche Verabreichung von Jod bestimmte Schilddrüsenstörungen verschlimmern kann. Mehr dazu unter:

Jod ( Schrot und Korn 11/2013 )

Jodversorgung

Konventionelle Produkte:

Mit künstlichem Jod angereichertes Tafelsalz. Verwendung in Backwaren und Wurst. Im Zutatenverzeichnis muss die Angabe  „jodiertes Speisesalz“ oder „jodiertes Nitritpökelsalz“ stehen. Bei unverpackten Lebensmitteln wie an der Käsetheke oder beim Bäcker ist eine Kenntlichmachung aber nicht erforderlich.

Biologische Produkte:

Mit Kaliumjodid angereichertes Speisesalz gibt es auch im Naturkostladen. Die meisten Hersteller greifen aber lieber zur natürlichen Jodquellen und versetzen Meersalz mit jodreichem Algenpulver.  Auch in der ökologischen Landwirtschaft darf Tierfutter mit Jod angereichert werden. Dort geht es in erster Linie darum, Jodmangel beim Vieh vorzubeugen. Und auch Bio-Verarbeiter dürfen Jodsalz verwenden. Einzig Demeter verbietet das.