Ökotest findet "niedlich verpacktes Nervengift"

Weil die Skandale um verseuchtes Spielzeug kein Ende nehmen, rückt erstmals die Nürnberger Spielwarenmesse International Toy Fair 2010 in einem Kongress das Thema Spielzeugsicherheit in den Fokus. Doch die Diskussionen haben bislang wenig gebracht. Schon im vergangenen Jahr fanden die Messekontrolleure haufenweise Spielzeugschrott an den Ständen. Jedes vierte der 1.600 Produkte wies teilweise gefährliche Mängel auf. Obwohl einige Schadstoffe wie Phthalatweichmacher seit Jahren verboten sind, sind sie immer wieder im Spielzeug enthalten. Gerade Billigspielwaren sind ein Gefahrenpotenzial, warnt das Frankfurter Verbrauchermagazin . Dieses hat Produkte aus Weich- und Übelriechendes eingekauft und ins Labor geschickt. Chefredakteur Jürgen Stellpflug resümiert: „Schon nach der ersten Untersuchung auf verbotene Phthalatweichmacher stand fest, dass ein großer Teil der Produkte nicht im Handel angeboten werden dürfte. Bei einer Puppe wird beispielsweise der gesetzliche Grenzwert für den Phthalatweichmacher DEHP um das 250-fache überschritten.“ Weitere Tests ergaben ähnlich schockierende Ergebnisse: Ein Handschuh enthielt krebserregende aromatische Amine – auch hier ist die gesetzliche Toleranzgrenze um ein Vielfaches überschritten. Besserung ist nicht in Sicht, im Gegenteil. „Die neue EU-Richtlinie, die ab 20. Juli 2011 die Spielzeugwelt eigentlich sicherer machen soll, ist ein fauler Kompromiss, der das Ziel komplett verfehlt hat“, sagt Jürgen Stellpflug. Denn viele Grenzwerte sind zu lasch. Beispiel Blei: Dieser nervengiftige Schadstoff beeinflusst die Intelligenzentwicklung von Kindern nachweislich negativ. Der Grenzwert für Blei in Spielwaren liegt nach der derzeitigen Richtlinie bei 90 Milligramm pro Kilo. Künftig werden 160 Milligramm pro Kilo erlaubt sein. Die aktuelle Ausgabe des -Magazins Februar 2010 gibt es jetzt im Zeitschriftenhandel.

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