Agrarindustriellem das Bio-Siegel entzogen

Die nordrhein-westfälische Kontrollbehörde LANUV hat  dem Agrarindustriellen Richard das Bio-Siegel für seine Eierproduktion entzogen – allerdings nur für Hennenbergs 20.000-Legehennen-Stall in Velbert. Das örtliche Forstamt hat die lange Zeit umstrittene Nutzung des Waldes als Auslauf vergangenen Freitag endgültig untersagt. Damit reichen die Auslaufflächen weder für eine Bio- noch für eine Freiland-Anerkennung aus. Im Juni vergangenen Jahres war bekannt geworden, dass der Biopark – ein Stall mit 20.000 Legehennen in Velbert bei Wuppertal – ohne forstrechtliche Genehmigung größere Waldflächen als Auslauf für seine Hühner angab. Ökokontrollstelle und Ökokontrollbehörde hatten sich auf den Standpunkt gestellt, dass dies rechtens sei – solange das Forstamt die Nutzung nicht endgültig untersage. Genau dies hat das zuständige Regionalforstamt vergangene Woche getan und den nachträglich eingereichten Antrag Hennenbergs auf Umwidmung der Waldfläche in einen Auslauf abgelehnt. Daraufhin kündigte die NRW-Kontrollbehörde LANUV an, dem Betrieb umgehend die Bio-Anerkennung zu entziehen. “Der Biobetrieb in Velbert darf ab sofort seine Eier nicht mehr als Bioware vermarkten. Andere Bioerzeugnisse des Betriebes sind von dem Verbot nicht betroffen. Am Montagabend hat das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen dem Betrieb die Ordnungsverfügung zugeschickt”, teilte das LANUV jetzt mit. „Wir möchten, dass der Verbraucher weiterhin auf das Biosiegel vertrauen kann“,  begründet LANUV-Präsident Dr. Heinrich Bottermann das Vorgehen seiner Behörde, „das bedeutet auch, dass wir Betrieben, die die Standards der EU-Ökoverordnung nicht mehr erfüllen, die Vermarktung mit dem Biosiegel untersagen. Der Verbraucherschutz wiegt schwerer als die wirtschaftlichen Einbußen des Betriebes.“ Der Anbauverband Biopark hatte den Stall bereits zum Jahresanfang ausgelistet. Auf Druck der örtlichen Bürgerinitiative haben auch einige konventionelle Handelsunternehmen die Zusammenarbeit mit beendet. Darunter war laut Initiative auch der Discounter Lidl. Hennberger dementiert, Lidl überhaupt beliefert zu haben. Der Fall Henneberg ist damit noch nicht abgeschlossen. Die Staatsanwaltschaft Wuppertal ermittelt seit Herbst 2009 gegen , weil er Eier umdeklariert und konventionellen Weizen als Bioweizen verkauft haben soll. Mehr zum Thema

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