Genmanipulierte Süßigkeit bei REWE

Das Umweltinstitut München hat genmanipulierte Erdnussbutterkekse in einem Münchner Supermarkt gefunden. Eine Mitarbeiterin des Instituts entdeckte Ende April in einer Filiale der Einzelhandelskette „Reese’s Peanut Butter Cups“ des US-amerikanischen Herstellers Hershey’s. Die Süßigkeit enthält mehrere gentechnisch veränderte Zutaten.

„Hier werden Verbraucher genötigt, beim Einkaufen die Leselupe dabei zu haben“, kritisiert Kerstin Knuth, Referentin für und Verbraucherschutz beim Umweltinstitut München. „Denn nur wer das Kleingedruckte auf den Reese’s aufmerksam studiert, findet den Hinweis auf Zucker, Soja und Mais, die genmanipuliert sind.“ Supermärkte müssten ihren Kunden gegenüber Verantwortung übernehmen und allen Gen-Produkten eine klare Absage erteilen.

Dieses Produkt hat REWE verkauft
Dieses Produkt hat REWE verkauft

„Gerade die sonst so auf Nachhaltigkeit bedachte Einzelhandelskette REWE darf es nicht ermöglichen, dass sich transgenes Essen in die Supermarktregale einschleicht“, meint Harald Nestler, Geschäftsführer des Umweltinstituts München. „Wir verlangen, dass die genmanipulierten Lebensmittel sofort aus dem Sortiment verbannt werden“, so Nestler weiter. „Denn besonders Kinder lesen keine Zutatenlisten.“

Reeses Inhaltklein

Gen-Produkte sind in Deutschland unerwünscht. Zwei Drittel der Verbraucher lehnen Gentechnik in Lebensmitteln ab. Dies gilt für den Anbau auf dem Feld genauso wie für die verarbeiteten Produkte im Supermarktregal. Aus gutem Grund: In mehreren aktuellen Studien warnen Ärzte ausdrücklich vor einer Gesundheitsgefährdung durch den Verzehr von genmanipulierten Lebensmitteln. Unfruchtbarkeit, gestörtes Insulinsystem, beschleunigte Alterung und Veränderungen der Organe seien mögliche Folgen. Besonders gravierende Auswirkungen prophezeien die Wissenschaftler für Kinder.

Derzeitig sind Gen-Lebensmittel im Handel praktisch nicht zu finden. Ausnahmen gibt es gelegentlich bei ausländischen Produkten. In der Vergangenheit wurden hauptsächlich genmanipuliertes Sojaöl und Sojasaucen in Asiamärkten und Imbissbuden entdeckt. Bereits 1999 hatte das Umweltinstitut München eine erfolgreiche Kampagne gegen den Schokoriegel „Butterfinger“ von Nestlé geführt, der daraufhin aus den Supermarktregalen verschwand.

Nach einer EU-Verordnung müssen seit dem Jahr 2004 Lebensmittel gekennzeichnet sein, die GVO-Spuren von mehr als 0,9 Prozent enthalten. Der Hinweis in der Zutatenliste lautet „enthält gentechnisch veränderte Organismen (GVO)“ oder „hergestellt aus genetisch verändertem (Zutat)“.

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2 Gedanken zu „Genmanipulierte Süßigkeit bei REWE“

  1. Sehr geehrte Damen und Herren,

    bereits unmittelbar nach Bekanntwerden der Vorwürfe gegen die Reese’s Peanut Butter Cup Cakes hat die REWE am 4. Mai reagiert und das Produkt des Herstellers, das in der Zutatenliste einen Hinweis auf GVO enthält, aus dem Verkauf genommen. Davon betroffen waren lediglich 120 der bundesweit rund 3.300 REWE Märkte.

    Auch der Schokoriegel “Nutrageous” wurde am 4. Mai aus dem Verkauf genommen.

    Auf die jüngsten Vorwürfe gegen das Produkt Resse’s Peanut Butter Cup Kingsize hat REWE erneut unmittelbar reagiert und den Hersteller um eine Stellungnahme gebeten. Diese liegt mittlerweile vor.

    In dieser Stellungnahme hat uns der Hersteller verlässlich versichert, dass weder zur Herstellung der “Reese’s Peanut Butter Cup Cakes” noch der “Reese’s Peanut Butter Cup Kingsize” jemals genmanipulierte Zutaten eingesetzt wurden. Im Übrigen liegen uns auch bereits entsprechende Analysezertifikate vor, die die GVO-Freiheit bestätigen.

    Mittlerweile haben wir die infrage kommenden Produkte des Lieferanten vorsorglich aus dem Verkauf genommen, bis die Thematik auch zwischen den NGOs und dem Hersteller geklärt ist.

    Andreas Krämer
    REWE Group Unternehmenskommunikation
    Pressespreche r

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