Neuer Weltrekord beim Verkauf von Fairtrade-Produkten

Weltweit kauften Verbraucher im vergangenen Jahr gesiegelte Produkte mit einem geschätzten Umsatz von über 3,4 Milliarde Euro. Dies entspricht einem Wachstum von 15 Prozent. Das verkündeten heute Labelling Organizations International (FLO) e. V mit Sitz in Bonn.

Davon profitierten 1,2 Millionen Kleinbauern und Plantagenarbeiter in 60 Entwicklungsländern. Die größten Fairtrade-Märkte sind Großbritannien mit einem Jahresumsatz von 897 Millionen Euro und die USA mit einem Jahresumsatz von 851 Millionen Euro. Zu dieser Entwicklung trugen Deutschland mit 264 Millionen Euro (+26 Prozent), Österreich mit 72 Millionen (+zehn Prozent) und die Schweiz mit 180 Millionen (+sieben Prozent) bei. Das Wachstum deutet auf ein starkes Interesse der Verbraucherinnen und Verbraucher am Fairen Handel und an verbesserten Lebensbedingungen für Produzentengruppen in Afrika, Asien und Lateinamerika hin. Bauern-Kooperativen dieser Regionen können ihre Produkte über den Fairen Handel gemäß der Fairtrade-Standards nachhaltiger und zu gerechteren Konditionen vertreiben als über den Weltmarkt.

An diesen weltweit einheitlichen Standards orientierten sich im vergangenen Jahr 827 Produzentengruppen, vor allem in Lateinamerika und Afrika. Allein im Kaffeesektor erhielten die Kooperativen im vergangenen Jahr Fairtrade-Prämien von 14,5 Millionen Euro, die Bananenkooperativen investierten ihre Fairtrade-Mehreinnahmen von zwölf Millionen Euro für Gemeinschaftsprojekte und Projekte zur wirtschaftlichen Entwicklung. Kakao- und Rohrzucker-Bauern konnten sich über das stärkste Absatzwachstum von 35 Prozent bzw. 57 Prozent freuen, weil sich große Marken wie Cadbury Dairy Milk, Nestle’s Kit Kat, Green & Black’s und Ben & Jerry’s für den Fairen Handel entschieden haben. Das klassische Fairtrade-Produkt Kaffee legte um zwölf Prozent zu. Größte weltweite Fairtrade-Aktion erfolgreich abgeschlossen Zwischen dem 19. April und dem 23. Mai 2010 nahmen 110.000 Menschen in 21 Ländern an über 750 Frühstücken teil. Mit dabei waren neben Deutschland, Österreich und der Schweiz auch Brasilien, Nicaragua, Südafrika, Japan und Süd Korea. Das Fairtrade-Frühstück war damit die größte Aktion, die jemals von den Fairtrade-Initiativen weltweit gemeinsam ins Leben gerufen wurde. Alleine in Deutschland beteiligten sich rund 30.000 Teilnehmer, darunter auch Staatssekretär Hans-Jürgen Beerfeltz (BMZ) und Renate Künast (Bündnis90/Die Grünen). Auch Handelsketten und gastronomische Einrichtungen beteiligten sich mit Sonderangeboten an der Aktion. Weitere Informationen zu FLO finden Sie auf der Website www.fairtrade.net. Für eine Kopie des FLO-Jahresbericht 2009 wenden Sie sich bitte an: Vicky Pauschert, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, FLO International. Email: v.pauschert@fairtrade.net

Hintergrund
Fairtrade Labelling Organizations International (FLO) e.V.entwickelt die Standards des Fairen Handels und begleitet Kleinbauernkooperativen, Vertragsanbauorganisationen und nachhaltig wirtschaftenden Plantagen und Fabriken in Entwicklungsländern dabei, die Anforderungen zu erfüllen. FLO wird getragen von  19 Fairtrade–Siegelinitiativen (wie TransFair Deutschland, Fairtrade Österreich und Max Havelaar Schweiz), zwei assoziierte Mitglieder in Mexiko und Südafrika, sowie die drei Produzenten-Netzwerke CLAC (Coordinadora Latinoamericana y del Caribe de Comercio Justo), AFN (African Fairtrade Network) und NAP (Network of Asian Producers), die die Fairtrade-Produzentengruppen in Lateinamerika, Afrika und Asien repräsentieren. Weltweit profitieren rund 1,2 Millionen Kleinbäuerinnen und -bauern sowie Arbeiterinnen und Arbeiter auf Plantagen von Fairtrade). Zusammen mit ihren Familien werden mehreren Millionen Menschen durch den Handel mit Fairtrade-Produkten bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen ermöglicht.

TRANSFAIR e. V.: Als unabhängige Organisation handelt TRANSFAIR e. V. Nicht selbst mit Waren, sondern vergibt das Fairtrade-Siegel für fair gehandelte Produkte. TRANSFAIR wird von 36 Mitgliedsorganisationen unterstützt. Derzeit bieten in Deutschland 150 Lizenznehmer rund 1.000 Fairtrade-Produkte wie Kaffee, Tee, Schokolade, Kekse, Kakao, Honig, Bananen, Fruchtsäfte, Eistees, Wein, Sportbälle, Reis, Rosen und Textilien aus Fairtrade-Baumwolle an. Die Fairtrade-Produkte sind in über 30.000 Supermärkten, in den Lebensmittelabteilungen der Warenhäuser, im Naturkosthandel und in allen Weltläden erhältlich. Darüber hinaus schenken rund 15.000 Kantinen, Cafés, Mensen und Hotels fair gehandelten Kaffee und andere Produkte aus.
Mit der Kontrolle der Fairtrade-Standards ist die unabhängige Zertifizierungsorganisation FLO-CERT GmbH beauftragt, die der internationalen Akkreditierungsnorm für Zertifizierungsorganisationen ISO 65 entspricht.

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