Öko-Party: Tanzen bis der Strom fließt

In flackerndem Diskolicht tanzen, Cocktails schlürfen und dabei die Umwelt schonen? Die erste große „Öko-Party“ im hessischen Darmstadt machte es möglich. Über 750 Gäste vergnügten sich zu Techno- und House-Musik auf einer speziellen elektromechanischen Tanzfläche. Sie wandelt die Bewegungsenergie der Tänzer in Strom um. Das klimafreundliche Event haben Darmstädter Studenten organisiert.

„Unsere Vision ist es, Clubkultur und Klimaschutz zu vereinen“, erklären die Initiatoren Bebero Lehmann und Tobias Reiz. Über sechs Monate haben sie sich mit ihrem 20-köpfigen Team engagiert, um die Öko-Party in dem ehemaligen Elektrizitätswerk Centralstation vorzubereiten. Am 14. April war es dann so weit: Tanzwütige aus Darmstadt und Umgebung konnten den „ Sustainable Dance Floor“, wie der stromerzeugende Tanzboden heißt, erstmals auf deutschem Boden betreten.

Die einzigartige Tanzfläche stammt aus dem Rotterdamer „Club Watt“, der ersten Öko-Disko der Welt. Sie besteht aus 65 x 65 cm großen beweglich gelagerten Fliesen, die sich beim Tanzen leicht hoch und runter bewegen. Diese Bewegungen treiben einen Generator an. Ob sanft gewiegt oder heftig gerockt – zwischen zwei und zwanzig Watt kann ein Diskogänger so erzeugen. Auf einer Anzeige sehen die Tänzer, wie viel Strom sie gerade produzieren. „An manchen Tagen deckt der Club in Rotterdam damit 30 Prozent seines Energiebedarfs ab“, weiß Lehmann.

Mit den bekannten DJs Roman Flügel und Heiko MSO sorgten die Veranstalter dafür, dass es auf der Tanzfläche hoch herging. Auch sonst ließen sie sich einiges einfallen, um die Partynacht klimafreundlich zu gestalten. So bauten Studenten der Hochschule Darmstadt Lichtwürfel aus alten Arbeitstischen, die mit LED-Spot und Reflektor energiesparend beleuchtet werden konnten. Ein eigens errichteter Fahrradparkplatz lud zu umweltverträglicher Anreise ein. Mit Bio-Cocktails und vegetarischen Snacks in kompostierbaren Palmblattschalen konnten die Gäste sich stärken.

Trotz eingesparter Energie und Ökostrom (mit Unterstützung des regionalen Stromanbieters ENTEGA): Leider verursachte auch „die nachhaltigste Party der Stadt“ Kohlendioxid. 1,95 Tonnen CO2 eq ermittelte die Non-Profit-Organisation „myclimate“. Anfahrt und Verpflegung der Künstler und Besucher waren dabei der größte Posten. Auch der Transport des Tanzbodens aus Rotterdam war alles andere als klimafreundlich. „Den unvermeidlichen CO2- Ausstoß gleichen wir durch eine Spende an „myclimate“ aus, “ erklärte Lehmann, „ dadurch unterstützen wir Klimaprojekte weltweit.“ Frauke Werner

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Ein Gedanke zu „Öko-Party: Tanzen bis der Strom fließt“

  1. das ist ja mal eine lustige Idee. Man wird deshlab nicht gleich ein Atomkraftwerk abschalten können – die Veranstaltung hatte aber sicherlich einen hohen Unterhaltungswert ;-) Wenn die Anwesenden dann alle noch zu einem Ökostromanbieter wechseln ist das eine runde Sache :-)

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