Als Bundespräsident kein Lobbyist für Gentechnik mehr?

Der Deutsche Naturschutzring (DNR) hat Niedersachsens Ministerpräsidenten und Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten Christian unmittelbar vor der morgigen Wahl des Bundespräsidenten aufgefordert, seine seit Jahren aktive Unterstützung der Agro- einzustellen, sollte er in sein neues Amt gewählt werden. “Der vertritt die Interessen des gesamten deutschen Volkes und kann nicht gegen den Willen von 2/3 der Bevölkerung zugunsten von Gentechnik-Konzernen agieren”, betonte DNR-Vizepräsident Hardy Vogtmann.

So warf Niedersachsens Ministerpräsident Wulff im April 2009 nach dem Verbot des Genmais MON-810 den CSU-Politikern Aigner und Seehofer vor, nicht mehr hinter dem Koalitionsvertrag zu stehen. Wulff sagte der “Bild am Sonntag”, er erwarte nach dem Verbot ein klares Signal der Bundesregierung, dass diese den Einsatz der Gentechnik in Deutschland befürworte. Er betonte, die Gentechnologie sei eine Zukunftstechnologie, die ihren Platz in Deutschland haben müsse.

2008 wurde “HannoverGEN” als Projekt zur Förderung der “Grünen Gentechnik” von Ministerpräsident Wulff initiiert. Diese Organisation verbreitet Unterrichtsmaterial, von dem Teile nach den Erkenntnissen von Greenpeace eindeutig von Werbeseiten des amerikanischen Gentechnik-Konzerns Monsanto stammen. “Ein Kandidat zur Wahl des Bundespräsidenten darf sich niemals zum Fürsprecher einer Risikotechnologie wie der Gentechnik machen”, sagte DNR-Präsidialmitglied Sebastian Schönauer.

Im Jahre 2006 gab Ministerpräsident Christian Wulff nach den Informationen von Gentechnikgegnern einer Saatgutfirma die offizielle Zusage, dass Niedersachsen die Erzeugung von gentechnisch veränderten Kartoffeln, Zuckerrüben und Weizen mit 600 000 Euro fördere. Dies solle zeigen, dass die “grüne Gentechnik” für Niedersachsen sehr wichtig sei.

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