Millionen für die Gentechnikforschung

Das Bundesforschungsministerium will die angewandte Pflanzenbiotechnologie mit 50 Millionen Euro fördern. Das Geld soll in den nächsten fünf Jahren in die German Agri-Biotech Initiative (GABI) fließen und die Entwicklung marktfähiger Nutzpflanzen mit verbesserten Eigenschaften voranbringen. Eine weitere Förderinitiative soll ab Herbst 2010 die Kooperation deutscher Forscher mit Entwicklungs- und Schwellenländern in Ernährungsfragen intensivieren. Dies kündigte Bundesforschungsministerin Annette Schavan vor dem dritten Runden Tisch zur Pflanzengenetik an. Der war dem Thema Ernährungssicherheit gewidmet. „Ich bin davon überzeugt, dass gentechnische Ansätze einen Beitrag zur Welternährung leisten können“, sagte dazu die Ministerin. Umwelt- und Bioverbände kritisierten die Agrarforschungspolitik der Ministerin massiv.

„Bundesforschungsministerin Schavan will mit Hilfe der Herausforderungen wie den Klimawandel, den Artenverlust und die Sicherung der Welternährung meistern – dazu sind ihre Programme jedoch völlig ungeeignet“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Der Anbau von Gen-Mais und Gen-Soja für den Fleischkonsum und den Rohstoffbedarf der Industrieländer treibe in Entwicklungs- und Schwellenländern die lokale Wirtschaft mit gewachsenen kleinbäuerlichen Strukturen in neue Abhängigkeiten und zerstöre die regionalen Märkte.

„Die Pflanzenforschungsprogramme des BMBF dienen mehr oder minder isolierten, technologiezentrierten Zielen, die einer naturwissenschaftlich-industriellen Sicht entspringen. Die Herausforderungen wie Sicherung der Welternährung, Erhalt der Biodiversität und Klimawandel werden mit diesem Ansatz verfehlt. Das BMBF lässt keine Reflexion zu den Grenzen und zerstörerischen Potenzialen der bisherigen Landnutzungspraktiken wie der grünen Revolution erkennen“, heißt es in einer Stellungnahme mehrerer Verbände. Diese listen darin ausführlich auf, was ihrer Meinung nach erforscht werden müsste.

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