Thüringen will gentechnikfrei werden

CDU und SPD wollen das von ihnen regierte Bundesland gentechnikfrei machen. Um diesem im Koalitionsvertrag verankerten Ziel näher zu kommen, haben die Landtagsfraktionen der beiden Parteien einen Antrag eingereicht. Darin heißt es: „Der Thüringer Landtag spricht sich bis zur abschließenden Klärung der mit dem Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen einhergehenden Risiken für einen Verzicht auf diese Art des Landbaus aus.“

Die beiden zuständigen Sprecher der Fraktionen erklärten, man wolle ein deutliches Zeichen für den Verbraucherschutz und gegen die Nutzung unsicherer Technologien setzen.

Die Landesregierung soll nach dem Willen der Fraktionen bei der landwirtschaftlichen Nutzung landeseigener Flächen auf den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen zu verzichten und diesen auch bei Verpachtungen ausschließen. Außerdem soll Thüringen dem europäischen Netzwerk gentechnikfreier Regionen beitreten. Auf der Bundesebene soll die Landesregierung darauf hinwirken, „den landwirtschaftlichen Anbau von zugelassenen gentechnisch veränderten Pflanzen einzuschränken“. Außerdem soll sie sich dafür einsetzen, dass das Bundessortenamt in Thüringen keine Sortenprüfungen mit gentechnisch veränderten Pflanzen durchführt.

Zur Begründung heißt es: „Der Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen steht im Konflikt mit der konventionellen und biologischen/ökologischen Landwirtschaft und damit mit der Existenzgrundlage und dem Betriebsmodell nahezu aller Thüringer Landwirte. Eine Koexistenz zwischen gentechnikfreier Landwirtschaft und einem Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen ist in vielen Fällen gegenwärtig unmöglich.“

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