Umweltverbände verlassen Runden Tisch

Der vierte Runde Tisch zur Pflanzengenetik von Bundesforschungsministerin Annette Schavan hat ohne die Umweltverbände stattgefunden. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und der Deutsche Naturschutzring (DNR) stellten ihre Mitarbeit ein. Ihrer Ansicht nach verweigert das Bundesforschungsministerium einen ernsthaften Dialog mit der kritischen Zivilgesellschaft zum Thema Gentechnikforschung.

Auslöser des Streits war die Antwort des Bundesforschungsministeriums auf einen 9-Punkte-Katalog für eine ökologische Risikoforschung, den Umwelt- und Bio-Verbände vor einem Jahr vorgestellt hatten. „Die Verbände haben ihre Forderungen wissenschaftlich begründet und hinterlegt. Dagegen setzt Bundesforschungsministerin Schavan Behauptungen, die mit keiner einzigen Quelle belegt werden”, kritisierte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. „Das Papier ist inhaltlich und formal vollkommen inakzeptabel“, sagte DNR-Generalsekretär Helmut Röscheisen. Statt sich wissenschaftlich mit dem Für und Wider der Argumente auseinanderzusetzen, bügele das Forschungsministerium alles ab oder antworte auf wichtige Punkte gar nicht. „Diese Form der Auseinandersetzung ist nicht wissenschaftsbasiert und ein deutliches Zeichen dafür, dass Frau Schavan nicht an einem ernsthaften Dialog interessiert ist. Wir sehen nach dieser Antwort keine Gesprächsgrundlage mehr.“ Dennoch haben die Umweltverbände in einem ausführlichen Schreiben noch einmal auf die Argumente des Ministeriums geantwortet.

Das Ministerium ging in seiner Mitteilung über die Sitzung des Runden Tisches mit keinem Wort auf den Vorgang ein. Statt dessen wurde die deutsche Sicherheitsforschung gelobt. In 300 Projekten hätten sich über 60 Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen an der Erforschung der biologischen Sicherheit von gentechnisch veränderten Organismen beteiligt. „Bei den Projekten gab es keine wissenschaftlichen Belege für gesundheitliche oder ökologische Schäden von gentechnisch veränderten Pflanzen.“

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