Protest gegen Riesenschlachthof

Die meisten Masthähnchen in Deutschland kommen längst nicht mehr vom Bauernhof, sondern werden in riesigen Anlagen als so genannte Turbohühner in rund einem Monat schlachtreif gemästet. Obwohl der Markt gesättigt ist, investiert die Agrarindustrie bundesweit in neue Schlachthöfe und Mastanlagen, zum Teil mit staatlicher Unterstützung. Die großen Konzerne hätten einen Verdrängungswettbewerb begonnen, so Eckehard Niemann von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft: „Der eine will die Marktanteile des anderen haben, produziert deshalb mehr. Der andere lässt sich das nicht gefallen und produziert als Reaktion darauf auch mehr. Die Folge ist eine ruinöse Überschussproduktion.“ In mehr als hundert Orten in ganz Deutschland wehren sich mittlerweile Anwohnerinitiativen gegen die Hähnchenfabriken. Sie laufen Sturm gegen Gestank und Umweltbelastung.

Schlachthofgegner besetzen seit Monaten den Bauplatz im niedersächsischen Wietze. Hier will ein Großkonzern den neuen Mega- bauen. 134 Millionen Hähnchen sollen hier jährlich geschlachtet werden, das sind 27.000 pro Stunde. Das Land Niedersachsen schießt 6,5 Millionen Euro aus Steuergeldern zu, denn die Firma verspricht bereits in der Anlaufphase rund 250 neue Arbeitsplätze. Für eine „Milchmädchenrechnung“ hält Norbert Juretzko von der Bürgerinitiative Wietze das Arbeitsplatz-Argument und meint: „Es werden Arbeitsplätze im Billiglohnsektor geschaffen, das ist richtig. Es sind aber keine Arbeitsplätze für Menschen aus der Region.“

Mehrere hundert Kilometer entfernt in Mecklenburg-Vorpommern soll eine weitere riesige automatisierte Mastanlage gebaut werden, die mehr als drei Millionen Hähnchen pro Jahr “produzieren” wird. Die neuen Schlachthöfe brauchen täglich frischen Nachschub. Hilmar von Münchhausen von der Deutschen Wildtierstiftung hält die Ansiedlung der Mastanlage für eine politische Fehlentscheidung. Er betreibt ein Ökolandgut für Naturtouristen und befürchtet, dass die idyllische Landschaft zubetoniert wird: „Hier entsteht eine riesige Tierfabrik“ (Quelle: ZDF).

Der Vegetarierbund Deutschland (VEBU) hat zusammen mit der Bürgerinitiative in Wietze direkt nach der Sendung eine Protestaktion ins Leben gerufen, um das Bauvorhaben zu stoppen. Auf der Website des VEBU (www.vebu.de) kann man die Protestaktion unterstützen sowie weitere Hintergrundinformationen zum Megaschlachthof finden.

Hier findet man den Beitrag von Frontal21 in voller Länge. Das verwendete Videomaterial basiert auf Recherchen des Deutschen Tierschutzbüros, welches unter dem Titel:  „Hähnchenalltag – Zum Sterben geboren“ bereits eine aktuelle Videodokumentation zum Thema veröffentlichte und die Missstände in der Geflügel-, insbesondere der , ungeschönt aufdeckt.

Ein Gedanke zu „Protest gegen Riesenschlachthof“

  1. in was für einem land leben wir eigentlich- die nachhaltigkeit stirbt- mit ihr die bienen- etc. nur noch provitgier- was hinterlassen wir unseren kindern und enkel-

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