Tomski gegen Thomy – David gegen Goliath

Der Lebensmittel-Konzern klagt gegen die kleine Senfmanufaktur im niederbayrischen Rottal: Die phonetische Ähnlichkeit zur Nestlé-eigenen Marke sei zu auffällig und müsse korrigiert werden. Bei einem Rechtsstreit wäre dem kleinen Unternehmen das Risiko zu hoch, gegen den Riesen Nestlé zu verlieren. Jetzt muss sich der Begründer von , Thomas Weber, innerhalb kürzester Zeit einen neuen Namen suchen. Erst 2008 gründete der gelernte Koch Thomas Weber seine kleine Ein-Mann-Senfmanufaktur in Rottal, Niederbayern, mit dem Ziel, hochwertige Senfspezialitäten in Bio-Qualität herzustellen. Er investierte in diesen Jahren viel Arbeit und Zeit in den Aufbau seiner einzigartigen Senfmanufaktur, in der nur natürlich biologische Zutaten in einem besonders schonenden Verfahren verarbeitet werden, sowie heimische Produkte von regionalen Anbietern, wodurch jede der zahllosen unterschiedlichen Sorten ein spezielles Aroma erhält. Mit seinem qualitativ und biologisch hochwertigen und damit einmaligen machte sich Thomas Weber im Bio-Handel schnell einen Namen. Doch eben dieser Name ist es, der ihm nun Probleme bereitet. „“ ist eigentlich der Spitzname von Thomas Weber. Und „“ steht seit mittlerweile fünf Jahren auf den Etiketten des Bio-Senfs. Das Patentamt hat den Namen damals ohne Probleme anerkannt. Erst vor kurzem meldete sich dann die Rechtsabteilung von Nestlé, die sich an der phonetischen Ähnlichkeit zur Feinkostmarke Thomy störte. Wenn es nach Nestlé geht, sollte Thomas Weber seinen Senf, dessen Bekanntheitsgrad er sich hart erarbeitet hat, schleunigst umbenennen. „“ sollte innerhalb von nur 14 Tagen von den Senfgläsern verschwinden. Thomas Weber war zunächst geschockt. Die Zeit war viel zu knapp bemessen, fand er, denn nicht nur ein neuer Name musste her, es galt außerdem, Etiketten, Briefköpfe und Website auf eigene Kosten zu verändern und Partner und Kunden über die Neuerung zu informieren. Man einigte sich schließlich darauf, dass die Umbenennung bis zum 31. August erfolgen soll, und Thomas Weber eine Frist von zwei Jahren eingeräumt wird, um alle Produkte mit der -Aufschrift aus dem Verkauf zu nehmen. Mehr konnte er sich nicht erhoffen. „Mein Anwalt sieht in einem Rechtsstreit mit Nestlé eine Chance von 50 %, doch das Risiko ist einfach noch zu hoch“, meint Weber und versucht nun das Beste aus der Situation zu machen. Auf der Internetseite www.senf-ohne-namen.de, sammelt Weber mithilfe eines Gewinnspiels Vorschläge für einen neuen, unbedenklichen Namen, der trotzdem Wiedererkennungswert hat und seine Senfmanufaktur repräsentieren kann. „“ wird also in Zukunft nur noch der Spitzname von Thomas Weber sein. Wem spontan etwas Passendes für den „Senf-ohne-Namen“ eingefallen ist: Hier geht‘s zum Gewinnspiel… Tomski und Thomy – Ein Vergleich Tomski-Senf steht für höchste Bio-Qualität ohne den Zusatz von Konservierungsstoffen und Aromen. Nur natürlich ökologische und kontrollierte Zutaten aus fairem Handel werden für die Produkte verwendet. Dies garantiert die junge Firma durch ihre Mitwirkung bei regional+fair: Fast alle Zutaten für den Bio-Senf erhält Thomas Weber regional von kleineren Erzeugern. Sowohl die milden weißen und gelben Senfsaaten als auch die schärferen braunen und schwarzen Saaten beispielsweise stammen aus Deutschland. In der Herstellung wird die Senfsaat zunächst frisch geschrotet, um anschließend mit Wasser, Essig und Gewürzen eingemaischt zu werden. Das so genannte Kaltmahlungsverfahren geschieht mithilfe von zwei 500 Kilo schweren Granitsteinen, die mit 60 Umdrehungen in der Minute die Maische zermahlen. Dieses besondere Verfahren kommt in Deutschland nur sehr selten vor, es garantiert jedoch, dass ätherische Öle, die in der industriellen Herstellung normalerweise verloren gehen, erhalten werden können. Nicht nur damit hebt sich Tomski von anderen Senfherstellern ab. Thomas Weber verarbeitet außerdem viele einheimische Zutaten, wodurch eine große Auswahl unterschiedlichster Senfsorten entsteht, wie der schärfere Bärlauch-Senf, der Estragon-Rucola-Senf oder der fruchtige Apfelsenf. Neben Senf kann man bei Tomski übrigens auch Honig, Wein und Kräuter bestellen, natürlich alles in Bio-Qualität. Weitere informationen zu Tomski-Senf und eine Liste mit den Produkten gibt es auf  www.senf-ohne-namen.de. Thomy-Senf auf der anderen Seite wurde schon ab 1930 von der Thomi & Franck AG in der Schweiz vertrieben. Sie machte sich u.a. mit der Erfindung der Aluminium-Tube, die die lange Haltbarkeit der Produkte gewährleistet, einen Namen und wurde 1989 von Nestlé aufgekauft. Heutzutage kennt wohl jeder die Saucen der Feinkostmarke Thomy, sei es nun den Senf aus der blauen oder die Mayonnaise aus der gelben Tube. (Susann-Marie Grote) Mehr zum Thema

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