Studie: Geo-Engineering illegal

Geo-Engineering verstößt einem neuen Bericht der ETC Group zufolge gegen internationales Recht. Beim Geo-Engineering soll mit großtechnischen Eingriffen das Klimasytem der Erde beeinflusst werden, um die Erderwärmung abzuschwächen. Statt Treibhausgase zu reduzieren, könnte man also einfach mit technischem Mitteln das Wetter beeinflussen – künstliche Wolken sollen regnen, wenn man es gerade braucht, die Sonneneinstrahlung mit riesigen Spiegeln abgelenkt werden. “Befürworter dieser Idee glauben, es sei einfacher, die Sonne zu kontrollieren, als die Menschen davon zu überzeugen, auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen”, sagt , Chef der kanadischen Nichtregierungsorganisation ETC Group, die ihren Bericht am Dienstag auf der Welt-Artenschutzkonferenz im japanischen Nagoya vorgestellt hat. Weil die Folgen dieses menschlichen Eingriffs in die Natur aber nicht voraussehbar sind, fordert seine Organisation ein Moratorium auf Geo-Engineering-Projekte. Auch der wissenschaftliche Beirat der UN-Konvention zur Artenvielfalt (CBD) selbst hatte im Mai empfohlen, Geo-Engineering-Projekte einzustellen und keine weiteren zu unternehmen. Auf der Artenschutzkonferenz sollen die Mitgliedsstaaten entscheiden, ob sie die umstrittenen Großversuche am Klimasystem weiterlaufen lassen, kontrollieren oder gar komplett verbieten wollen. Dem Bericht der ETC Group zufolge verstoßen derlei Projekte außerdem gegen internationale Vereinbarungen, darunter die CBD, das Umweltkriegsübereinkommen (ENMOD), den UN-Sozialpakt und die UN-Deklaration für das Recht Indigener Völker. Die ETC-Gruppe hält Geo-Engineering darüber hinaus für ein Instrument der Industrieländer, mit dem sie sich aus der Verantwortung zur Reduzierung von Treibhausgasen stehlen wollen. Die Kritik beinhaltet auch, dass nur reiche Länder sich Geo-Engineering leisten können – und damit den armen Ländern ihre Wohlfühl-Temperatur aufzwingen können. (Originaltext: http://www.klimaretter.info/forschung/nachricht/7118) Mehr zum Thema

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