Gentech-Pflanzen sind weniger fit

In zahlreichen Untersuchungen hat sich gezeigt, dass gentechnisch manipulierte Pflanzen weniger Erträge liefern als die unveränderten Sorten. Chinesische Wissenschaftler haben diesen Effekt bei bestätigt. Sie vermuten, dass die Genmanipulation auf Kosten der Fitness geht. Die Wissenschaftler hatten mehrere Jahre lang drei verschiedenen Linien von transgenem Reis angebaut. Zwei davon produzierten je einen gegen Schadinsekten vorgesehenen Wirkstoff. Die dritte Linie enthielt die Genkonstrukte für beide Insektengifte. Bei starkem Insektenbefall lieferten die Gentech-Reispflanzen höhere Erträge als die nicht manipulierten Vergleichspflanzen. Bei niedrigem Befall jedoch brachen die Erträge der Gentech-Pflanzen ein. Besonders auffällig waren die Einbußen bei der Reislinie, die beide Transgene enthielt. Nach Ansicht der chinesischen Forscher wirkt sich der Einbau der Genkonstrukte negativ auf die Fitness der Pflanzen aus. Sie machten für diese „Fitnesskosten“ zwei mögliche Mechanismen verantwortlich. Zum einen stünde den Pflanzen, weil sie die Giftstoffe produzieren müssen, weniger Energie für andere Prozesse zur Verfügung. Möglich sei auch, dass durch den gentechnischen Eingriff verursachte Veränderungen auf genomischer Ebene ursächlich für solche Fitnesskosten seien. Andreas Bauer, Mitglied der -Expertengruppe Testbiotech, verweist auf seiner Webseite auf weitere wissenschaftliche Arbeiten über diese „Fitnesskosten“. Sie betreffen mit Weiten, Birken und Baumwolle verschiedenste Pflanzen. „Genauere Untersuchungen über Ursachen und Mechanismen von Fitnesskosten fehlen in der wissenschaftlichen Literatur bislang weitgehend.“

Mehr zum Thema

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.