Naturland fordert, den Kahlschlag bei Öko-Förderung zu stoppen

Der Anbauverband hat anlässlich der Agrarminister-Konferenz (AMK) in Jena alle Bundesländer aufgefordert, die gesellschaftlichen Leistungen des Öko-Landbaus weiterhin und besser zu honorieren. Nach Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg kündigte Thüringen im Februar dieses Jahres an, die Umstellungsförderung für Öko-Betriebe zu streichen. „Immer mehr Kunden möchten Öko-Lebensmittel aus der Region, immer mehr Bundesländer ziehen sich trotzdem aus der Förderung für den Öko-Landbau zurück“, kritisiert Hans Hohenester, Öko-Bauer und Präsidiumsvorsitzender zu Beginn der Konferenz in Thüringen. „Dieses Paradoxon ist eine verheerende Politik gegen den Willen der Wählerinnen und Wähler und zum Nachteil von Boden, Wasser, Artenvielfalt und Klima. Arbeitsplätze sowie die Entwicklung des ländlichen Raumes werden sträflich vernachlässigt“, bilanziert Hohenester die Entscheidungen der Bundesländer. Die Konsequenz ist ein immer höherer Import-Anteil von Öko-Produkten in Deutschland, um die gestiegene Nachfrage decken zu können. Thüringen ein gespaltenes Land Als Gastgeber der Agrarministerkonferenz steht die Entscheidung Thüringens gegen den Öko-Landbau besonders in der Kritik. Einerseits entscheidet der Landtag von Thüringen im November letzten Jahres dem „Europäischen Netzwerk gentechnikfreier Regionen“ beizutreten, andererseits stoppt das Land die Unterstützung der ökologischen Landwirtschaft, die als einzige Bewirtschaftungsmethode in ihren Richtlinien das Verbot der Agro-Gentechnik verankert hat. Als stark landwirtschaftlich geprägtes Bundesland, darf Thüringen nicht den Anschluss am vom Verbraucher gewollten Umbau der Landwirtschaft verlieren, fordert Naturland zur AMK. Der Anteil der Öko-Flächen in Thüringen liegt bei 4,3 Prozent, der Bundesdurchschnitt liegt bei 5,9 Prozent. Damit liegt Thüringen schon jetzt im unteren Drittel der öko-engagierten Bundesländer. Nach der Energiewende kommt die Agrarwende Nach der dringend notwendigen Umkehr der Energiepolitik muss mit gleicher Stärke die Agrarpolitik umgestaltet werden. Auf der Tagesordnung der AMK steht unter anderem die Neuausrichtung der EU-Agrarpolitik nach 2013. EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos hatte erste Vorschläge im Herbst letzten Jahres veröffentlicht, die von den Umwelt- und Öko-Verbänden begrüßt wurden. Vorschläge der EU-Kommission, Nebenerwerbslandwirten keine Förderungen mehr zu bewilligen, müssen sofort zurückgewiesen werden. Jetzt gilt es, die Vorschläge der EU zu konkretisieren und den ökologischen Umbau der Landwirtschaft voran zu treiben.

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