Fast 80.000 Unterschriften gegen Gentechnik

„Eine gentechnikfreie Zukunft für alle!“ 77.132 Menschen haben diese Forderung mit ihrer Unterschrift bestätigt. Bio-Pionier Joseph Wilhelm übergab diese Forderung in Legau an Dr. Christian Grugel, Leiter der Abteilung Verbraucherpolitik im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Gleichzeitig versprach Wilhelm: „Wir werden uns auch weiterhin aktiv für eine gentechnikfreie Zukunft einsetzen!“ Joseph Wilhelm, Gründer und Vorstand von Naturkost, hatte die Hoffnung schon fast aufgeben. Zahlreiche Versuche, einen Termin bei der EU in Brüssel zur Übergabe der Unterschriften zu bekommen, waren vergebens. Nicht mal eine Antwort hat der Bio-Unternehmer erhalten. Aus Verzweiflung wandte er sich an Bundesministerin Ilse Aigner und siehe da, die Zusage kam prompt. Sie schickte Dr. Christian Grugel, Leiter der Abteilung Verbraucherpolitik im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, nach Legau, um die knapp 80.000 Unterschriften für eine gentechnikfreie Welt entgegenzunehmen. Joseph Wilhelm war frohen Mutes, als er zu Beginn der offiziellen Unterschriftenübergabe das Zitat der Bundesministerin vorlas: „Lebensmittel sind keine Waren wie alle anderen. Lebensmittel sind Mittel zum Leben. Und deshalb haben sie unsere tägliche Wertschätzung verdient: Wir müssen den Wert von Lebensmitteln besser zu schätzen wissen!“ Er habe dieses Zitat positiv ausgelegt, weil und „“ sich dort gut wieder finden können. Vielleicht gäbe es ja auch für Frau Aigner inzwischen Gründe, sich für eine gentechnikfreie Zukunft einzusetzen. Die Rede von Dr. Christian Grugel holte den Bio-Unternehmer dann doch auf den Boden der Tatsachen zurück. Den ersten Worten: „Frau Bundesministerin begrüßt es sehr, wenn Unternehmen wie die Verbraucher in unserem Land dazu bringen, ihre Erwartungen an die Politik, ihre Sorgen oder Wünsche zum Ausdruck zu bringen.“ folgte: „Die Bundesregierung ist sich durchaus der Tatsache bewusst, dass die Grüne in Deutschland eine gesellschaftlich umstrittene und sehr kontrovers diskutierte Technologie darstellt. Der Schutz von Mensch und Umwelt bleibt oberstes Ziel des deutschen Gentechnikrechts. Die verantwortbaren Potentiale der grünen sollen dabei aber durchaus genutzt werden, da die Biotechnologie nach Auffassung der Bundesregierung eine wichtige Zukunftsbranche für Forschung, Wirtschaft und Landwirtschaft darstellt.“ Übersetzt heißt das soviel wie, Frau Aigner lässt ihren eigenen Worten keine Taten folgen. Die Haltung der Bundesregierung bleibt pro . Und erneut wird das alte Argument der Lobbyisten „Welternährung“ aus der Schublade gezogen. Dabei geht es gar nicht darum, dass zu wenig Lebensmittel produziert werden. Im Gegenteil: Es herrscht ein Überschuss an Lebensmitteln. Und dieser wird nicht gerecht verteilt. Zum Abschluss hat Joseph Wilhelm noch einen Rat an die Bundesministerin: „Die Verbraucher entscheiden, was sie essen. Und die Wähler werden entscheiden, wen sie wählen. Wenn die Politiker sich nicht aufraffen auf das zu hören, was die Wähler wollen, dann wird sich das auch in manchem Farbwechsel zeigen.“ Die 77.132 Unterschriften für eine gentechnikfreie Welt, die Unterstützung der Aktion „Vielfalt erleben“ und die Wahlergebnisse der vergangenen Wochen und Monate zeigen deutlich, dass das Bewusstsein der Bevölkerung vor allem in punkto Nachhaltigkeit wächst. Demnach ist es für Joseph Wilhelm genau der richtige Zeitpunkt zu versprechen: „Wir werden uns auch weiterhin aktiv für eine gentechnikfreie Zukunft einsetzen! Genfrei Gehen geht weiter – schon in diesem Jahr.“ Im Oktober 2011 marschiert der Unternehmer von New York nach Washington D.C. Mehr zum Thema

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