Sprossen auch nicht selbst ziehen

Aufgrund epidemiologischer Hinweise der Niedersächsischen Behörden erhärtet sich der Verdacht, dass Sprossensamen zu einer Kontamination der ursächlich beigetragen haben könnten. Niedersachsen berichtet von einem aktuellen Fall, in dem selbstgezogene möglicherweise die Ursache für eine -Erkrankung in einer Familie sind. Allerdings konnte der Erreger derzeit noch nicht in den Samen nachgewiesen werden. Zu Hause selbst Sprossen zu ziehen, ist üblich. Die Zuchtbehälter sind in vielen Läden erhältlich. „Wenn bereits die Samen mit Keimen belastet sind, dann schützt auch die Einhaltung von Küchenhygieneregeln nicht vor einer -Erkrankung“, so der Präsident des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) Professor Dr. Dr. Andreas Hensel. „Aus Vorsorgegründen empfiehlt deshalb das BfR, derzeit auch auf den Verzehr selbstgezogener roher Sprossen zu verzichten.“

Das BfR, das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) und das Robert-Koch-Institut (RKI) haben bereits am Freitag, den 10. Juni 2011,  empfohlen, über die üblichen Hygienemaßnahmen hinaus, vorsorglich bis auf weiteres Sprossen nicht roh zu verzehren. Wissenschaftler des Nationalen Referenzlabors für Escherichia coli am BfR haben mittlerweise auch bestätigt, dass die mit EHEC kontaminierten rohen Sprossen, die aus einem Haushalt mit an EHEC erkrankten Patienten in Nordrhein-Westfalen stammten, identisch mit dem Bakterienstamm aus den erkrankten Patienten waren.

Die Behörden von Bund und Ländern arbeiten derzeit weiterhin mit Hochdruck daran, den Eintragspfad für die Kontamination von Sprossen  und möglicherweise von Saatgut mit EHEC zurück zu verfolgen. Dazu werden die verfügbaren Daten zu Lieferlisten und Vertriebswegen, Erkrankungsfällen etc. intensiv bewertet und ergänzt. Durch Auswertung von Ausbruchsclustern von Erkrankungshäufungen und verdächtigen Lebensmittelbefunden erhoffen sich die Experten, das Ausbruchsgeschehen erklären und auf die Quelle des Erregers schließen zu können. Die Untersuchungslaboratorien der Länder und das Nationale Referenzlabor untersuchen derzeit eingegangene Saatgutproben.

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3 Gedanken zu „Sprossen auch nicht selbst ziehen“

  1. DAS kann doch wohl nicht wahr sein!
    Wird denn in diesem hochtechnologischen Exportweltmeisterland endlich mal jemand in der Lage sein und Klarheit schaffen.
    WIR essen seit Jahrzehnten selbstgezogene Sprossen
    und werden doch damit jetzt nicht aufhören.

  2. Regenbogen hat vollkommen recht. Im Saatgut selbst ist so gut wie nicht möglich, dass sich EHEC-Bakterien dort entwickeln oder existieren können. In einem Milieu mit ausreichend Sauerstoff ist der anaerobe Bazillus nicht lebensfähig. Wenn man bei Keimung ein wenig darauf achtet, dass das Wasser nicht umkippt, also faulig wird, dann sind die Keimlinge von fast allen Saaten hervorragen Lebensenergielieferanten.
    Also bitte nicht von sogenannten Experten, die von Lebensmitteln anscheinend nicht viel verstehen, nicht verrückt machen lassen.
    Weiterhin viel Spass mit den Keimlingen und guten Appetit.

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