22 Prozent aller Erstklässler erhalten Bio-Brotbox

Zum Start des neuen Schuljahres erhalten bundesweit wieder zehntausende ABC-Schützen die schon weithin bekannte gelbe Bio-Brotbox mit einem gesunden Frühstück. Das erfolgreiche Projekt, das von zahlreichen Prominenten unterstützt wird, feiert in diesem Jahr sein zehnjähriges Jubiläum. 2011 hat die Frau des Bundespräsidenten, Bettina Wulff, die Schirmherrschaft über alle Aktionen in Deutschland übernommen: „Ein gutes gesundes Frühstück ist wichtig für die Leistungsfähigkeit von Kindern. Deshalb ist es notwendig, dass Eltern ihren Kindern täglich ein ausgewogenes Frühstück mit in die Schule geben.“ Auch Doris Schröder-Köpf, die Frau des früheren Bundeskanzlers, Fußball-Nationalspielerin Kerstin Garefrekes, Schauspielerin Marion Kracht, Box-Weltmeisterin Rola El-Habibi und viele andere Prominente aus Sport, Politik und Kultur sind Paten für lokale Aktionen.

Am Mittwoch, den 10. August 2011, findet die erste der 52 Bio-Brotbox Aktionen in Deutschland und Österreich in den hessischen Gemeinden Willingen, Diemelsee, Korbach und Twistetal statt. Wie an anderen Orten auch erhalten die Erstklässler eine wiederverwendbare gelbe Brotdose mit Zutaten und Informationen für ein gesundes Frühstück. Damit wollen die ehrenamtlich arbeitenden Organisatoren auf die Bedeutung einer ausgewogenen Ernährung für die Lernfähigkeit und Entwicklung von Kindern aufmerksam machen. Das ist auch bitter nötig: Im Juli 2011 kritisierten die Vereinten Nationen in ihrem Sozialbericht, dass in Deutschland jedes vierte Kind ohne Frühstück zur Schule gehe.

Das Bio-Brotbox Netzwerk erreicht dieses Jahr mit knapp 160.000 Bio-Brotboxen 22 Prozent der Erstklässler in Deutschland – ganz ohne Steuergelder. Engagierte Bürgerinnen und Bürger koordinieren die Aktionen vor Ort, Unternehmen und Organisationen spenden Bio-Zutaten, Geld und Dienstleistungen.

2002 hatten engagierte Unternehmer aus der Naturkost- und Reformhausbranche und die damalige Bundesverbraucherschutzministerin Renate Künast in Berlin die erste Aktion ins Rollen gebracht. Sie hatten das Ziel, lokale Akteure aus möglichst vielen Gesellschafts- und Wirtschaftsbereichen zusammen zu bringen und gemeinsam mit Schulen, Behörden und Eltern einen kontinuierlichen und nachhaltigen Dialog zu bewusster Ernährung zu beginnen. Und das ist gelungen: Seit 2002 ist ein bundesweites Netzwerk von mittlerweile 52 lokalen Initiativen entstanden. Allein 2011 stießen elf neue Gruppen dazu. „Ich freue mich, auf welche Resonanz unsere Idee bei so unglaublich vielen Bürgern und Unternehmen gestoßen ist. Es ist ein wirklich beeindruckendes Beispiel für bürgerliches Engagement und für Corporate Social Responsibility in Deutschland“, resümiert Ideengeber Dr. Burkhardt Sonnenstuhl von der Projektagentur Berlin gGmbH.

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Ein Gedanke zu „22 Prozent aller Erstklässler erhalten Bio-Brotbox“

  1. Guten Tag,

    warum fängt man nicht bei den kleinen, empfindlichen Kindern im Kindergarten, bzw. in der Kita an?

    Im Kindergarten unseres Sohnes gibts Leitungswasser und absolut Bio-freie Kost. :-(
    Zuhause bei uns gibts nur Bio. Aber was nützt es, wenn unser Sohn im Kindergarten auf PVC-Böden spielt, Leitungswasser zu trinken bekommt und mittags Gemüse und Fleisch in Nicht-Bioqualität??

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