Nachhaltigkeitsrat für Ausweitung des Ökolandbaus

Der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) hat sich in seiner Empfehlung an die Bundesregierung für eine Ausweitung des Ökolandbaus auf 20 Prozent der deutschen Landwirtschaftsfläche entsprechend der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie ausgesprochen.

Derzeit werden nur knapp sechs Prozent der Fläche ökologisch bewirtschaftet. Das Gremium empfiehlt der Bundesregierung einen massiven Ausbau der Forschungsförderung. Zukünftig sollen 20 Prozent der Mittel für die Agrarforschung dem zur Verfügung stehen. Der Vorstandsvorsitzende des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) Felix Prinz zu Löwenstein begrüßte das klare Bekenntnis des Nachhaltigkeitsrates: „Der leistet nachweislich einen bedeutenden Beitrag zum Erhalt der Bodenfruchtbarkeit, der Artenvielfalt und beim Gewässerschutz. In den Ländern des Südens kann er zudem zur Sicherung einer gesunden und ausreichenden Ernährung beitragen.“ Der BÖLW fordert die Bundesregierung auf, der Empfehlung des Rates zu folgen und die Bundesmittel für die Ökoforschung von heute acht auf ca. 80 Mio € jährlich aufzustocken.

Löwenstein sieht genau wie der RNE im Anteil der Ökoflächen einen wichtigen Indikator für die Nachhaltigkeit der Landbewirtschaftung. „Jeder Hektar mehr Ökolandbau bedeutet weniger Risiken für die Verunreinigung von Gewässern mit Spritzmitteln und Dünger. Kein anderes Anbausystem schützt wirkungsvoller die natürlichen Ressourcen – auch für kommende Generationen.“

Neben der verstärkten Forschungsförderung der ökologischen Landwirtschaft müssen laut Ratsempfehlung umfangreiche Maßnahmen zur Integration von Landwirtschaft und Klimaschutz sowie eine nachhaltige Reform der Europäischen Agrarpolitik durchgeführt werden. Dabei könne eine Ökologisierung der Landwirtschaft durch ein Greening der 1. Säule der Direktzahlungen und eine Sicherung der 2. Säule zum Ausbau der Agrarumweltprogramme erreicht werden. Die Bundesregierung dürfe nicht als Bremser der Ökologisierung der deutschen und europäischen Landwirtschaft fungieren.

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2 Gedanken zu „Nachhaltigkeitsrat für Ausweitung des Ökolandbaus“

  1. Da wird es aber langsam Zeit, dass der ökologische Landbau gefördert wird!
    Denn Giftspritzer gibt es schon genug!
    Der ökologische Landbau ist weltweit überlebenswichtig – auch und vor allem in den Entwicklungsländern!
    Und wenn die dortigen Bauern noch faire Preise bekommen, dann können diese auch mit dem Bio-Landbau ökonomisch überleben.
    Und hierzulande haben auch die Verbraucher einmal den Vorteil, wenn sie sich ökologisch und gesund ernähren können.
    Unsere Industrieministerin Frau Ilse Aigner sollte zur Abwechslung einmal die Seiten wechseln und wirklich Verbraucherschutzministerin werden!
    Da war Frau Renate Kühnast als Verbraucherschutzministerin wesentlich besser im Sinne der Verbraucher!

  2. An der Mosel gibt es seit Jahrzehnten Winzer, die einen fantastischen Öko-Weinanbau betreiben. Die Natur ist an den Weinhängen im Gleichgewicht und macht das Spritzen mit Schädlingsbekämpfung überflüssig. Ich kann fast gar nicht verstehen, warum dieses konzept nicht in anderen Branchen angewendet wird. Die Erträge sind auch bei diesen Bauern absolut wettbewerbstauglich.

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