Japanischer Atomausstieg innerhalb von 14 Monaten

schaltet heute, am 5. Mai 2012 sein letztes noch laufendes Atomkraftwerk ab. Dazu erklärt Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Organisation .:

“Japan ist innerhalb von 14 Monaten aus der Atomkraft ausgestiegen. 54 Reaktoren waren Anfang 2011 am Netz. Jetzt wird der letzte heruntergefahren. Die japanische Gesellschaft, der Alltag der Menschen und die Produktion der Industrie, all das funktioniert weiter. Möglicherweise muss im kommenden Sommer die eine oder andere Klimaanlage aus bleiben. Aber dazu sind viele Menschen in Japan bereit, wenn ihnen stattdessen die Risiken der Atomenergienutzung erspart bleiben.

Noch ist der Ausstieg in Japan nicht endgültig. Denn Regierung und Atomwirtschaft wollen zahlreiche wieder ans Netz bringen. Doch das geht nicht ohne die Zustimmung von Provinzgouverneuren. Und die sehen das sehr kritisch. Schließlich sind viele Reaktoren genauso schlecht gegen Erdbeben und Tsunamis geschützt wie die in .

In Deutschland gibt es unter den Freunden der Atomkraft schon einen Aufschrei, wenn nur acht von 17 AKW stillgelegt werden. Doch das japanische Vorbild zeigt, dass wir auch auf die noch laufenden neun Reaktoren von heute auf morgen verzichten könnten. Jedes Atomkraftwerk, das weiterläuft, birgt tagtäglich das Risiko des nächsten Super-GAU.”

Japanische Unternehmen gegen schnelle Wiederinbetriebnahme der AKW

Zum heutigen Herunterfahren des letzten noch am Netz befindlichen japanischen AKW ist noch eine Nachricht interessant, die es Mitte April leider kaum nach Deutschland geschafft hat, die aber im Zusammenhang mit der vorläufigen Atomstromfreiheit von Japan große Relevanz hat:

Die Bank of Japan macht regelmäßig eine Umfrage unter Großunternehmen des Landes, um in einem Index die wirtschaftliche Stimmung abzubilden, dem sogenannten Tankan-Index. Bei der April-Umfrage gab es erstaunliche Ergebnisse:

Obwohl 65 Prozent der befragten Unternehmen erklären, dass die fehlende Atomkraft ihren Geschäften schade, wollen nur 15 Prozent, dass die Reaktoren, die den Stresstest bestanden haben, möglichst schnell wieder angeschaltet werden. Nahezu drei Viertel wollen eine Sicherheitsgarantie anstatt eines schnellen Neustarts der abgeschalteten AKW. Dass der fehlende Atomstrom die Wirtschaft negativ beeinflusst, spielt anscheinend keine so große Rolle wie die Sicherheitsfrage.

Die Meldung wurde am 19.4.2012 von Reuters verbreitet und ist heute noch auf der Internetseite der angesehenen US-amerikanischen Zeitung “Chicago Tribune” nachzulesen.

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