Konsequente Ökologisierung der EU-Agrarpolitik gefordert

„EU-Agrarkommissar Dacian Cioloş zeigt Bewegung bei der EU-Agrarreform. Leider geht sie in die völlig falsche Richtung“, so Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (). Auf dem EU-Agrarministertreffen am Dienstag in Brüssel kündigte Cioloş deutliche Abstriche bei seinen Reformplänen an. Er reagierte damit auf das Drängen von Ilse Aigner und anderer EU-Agrarminister. Demnach sollen von den für 2014 bis 2020 geplanten etwa 387 Milliarden Euro der EU für die Landwirtschaft 90 % weitgehend ohne wirksame Auflagen vergeben werden.

„Es ist enttäuschend, dass Aigner sich für eine Agrarreform einsetzt, die lediglich kosmetische Korrekturen vornimmt. Ein echtes Umsteuern hin zu einer ökologisch und sozial ausgerichteten Förderung der Landwirtschaft soll anscheinend nicht mehr stattfinden“, kommentiert Löwenstein.

Auf der Mitgliederversammlung des BÖLW in Kassel zeigten sich Vertreter aus Erzeugung, Verarbeitung und Handel entsetzt über die nun bekannt geworden Pläne. „Weder die EU-Agrarminister, noch die Kommission scheinen verstanden zu haben, dass in Zeiten der Staatsschuldenkrise sehr genau begründet werden muss, wofür die Betriebe honoriert werden. Dies kann nur glaubwürdig geschehen, wenn die Betriebe für die Zuwendungen Leistungen erbringen, die dem Gemeinwohl dienen, die aber nicht vom Markt honoriert werden“ fasste Löwenstein die Stimmung zusammen.

Die Mitglieder des BÖLW fordern daher ein Umsteuern, weg vom Gießkannenprinzip der Betriebsprämien der ersten Säule, hin zu einer direkten Honorierung gesellschaftlicher Leistungen beispielsweise über die Agrarumweltmaßnahmen.

2 Gedanken zu „Konsequente Ökologisierung der EU-Agrarpolitik gefordert“

  1. Als ich von den Ideen las, die Herr Ciolos für die Agrarreform hatte, habe ich mich gefreut. Endlich hat jemand verstanden, dass Subventionen in der Landwirtschaft an ökologische und soziale Bedingungen geknüpft werden müssen, damit die Betriebe unterstützt werden, die die Unterstützung brauchen und verdienen, damit die enkeltaugliche, bäuerliche, regionale, ökologische Landwirtschaft gestärkt wird und die Industrialisierung der Landwirtschaft immer unrentabler wird. Es geht voran, eine Umsteuerung ist möglich, hab ich gedacht. Mit der Agrarreform wird ein Anfang gemacht, der ausbaufähig ist, der zukunftsfähig ist, hab ich gedacht. Und jetzt soll das nur eine schöne schillernde Seifenblase gewesen sein, die zu platzen droht? Das kann doch nicht wahr sein!!! Herr Ciolos, knicken Sie nicht ein vor den EU-Agrarministern, die noch nicht verstanden haben, wie wenig Zeit uns bleibt, um wirksam umzusteuern, um unseren Kindern und Enkeln eine lebenswerte Erde zu hinterlassen !!!

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