Augen auf beim Brötchenkauf

Die Getreideernte hat in einigen Regionen schon begonnen. Das warnt nun davor, dass viele Landwirte – nur wenige Tage bevor der Mähdrescher kommt – pures Gift auf die Getreideflächen spritzen. oder andere glyphosathaltige Mittel würden eingesetzt, um den wenigen Unkräutern, die bis dahin überlebt hätten, den Garaus zu machen. Ebenfalls empfohlen werde eine Giftdusche vor der Ernte, damit das Getreide zum gewünschten Termin „reif“ sei.

Da sich die Pestizide nicht so rasch abbauen – so das Umweltinstitut weiter – , enthalte das frisch geerntete Getreide noch große Mengen des aggressiven Pflanzengifts. Eine Kontrolle des Getreides auf Giftrückstände finde jedoch so gut wie nicht statt. Und so landeten die giftigen Stoffe direkt auf unseren Tellern und in den Trögen der Tiere.

Erste Ergebnisse einer Untersuchung der Universität Leipzig belegen nach Angaben des Umweltinstituts, dass auch bei Menschen aus Berlin, die keinen direkten Kontakt zu Landwirtschaft haben, im Urin nachgewiesen worden sei. Und zwar in allen Proben. Laut den Herstellerangaben baue sich angeblich schnell ab und hätte demnach gar nicht im menschlichen Urin zu finden sein dürfen. Die mögliche Kontaminationsquelle könnten nur Lebensmittel sein.

Gift spritzen zur Arbeitserleichterung

Das Umweltinstitut München weiter: „Angeblich erschwert das Unkraut auf dem Acker die Ernte. Doch auch die verdorrten Unkräuter bleiben zwischen den Getreidehalmen stehen. Der Mähdrescher muss sie folglich trotzdem aussieben. Wo bleibt da die Arbeitserleichterung? Auch das zweite Argument der Pestizid-Befürworter, das Getreide werde nach der Giftdusche trockener und lasse sich daher besser verarbeiten und lagern, ist falsch. Da Unkräuter, vielmehr Beikräuter, das Getreide nur oberflächlich befeuchten, reicht eine einfache Trocknung mit Kaltluft aus, um die Ernte zu trocknen. Zudem sollte ohnehin nur gedroschen werden, wenn das Getreide reif ist und nicht, weil der Lohnunternehmer gerade Zeit hat. Die Technik sollte sich der Landwirtschaft und den Naturabläufen anpassen und nicht umgekehrt. Dass dies sehr gut möglich ist, beweisen zahlreiche Bio-Landwirte.

Glyphosat im Getreide – alles ganz ungefährlich?

In Fachzeitschriften, Vorträgen und Aussagen der Bundesregierung wird immer noch behauptet, dass keine Gefahren von Glyphosat ausgehen. Doch wer die offensichtlichen Gefahren leugnet, verschließt die Augen vor den Tatsachen. Die Auswirkungen von Roundup und Glyphosat in Argentinien, Brasilien, Paraguay und anderen lateinamerikanischen Ländern sind offensichtlich. Nur wenige kritische Wissenschaftler konnten eigene Untersuchungen durchführen und alle kommen zum gleichen Ergebnis: Roundup und Glyphosat sind hochgiftig. Hersteller und deren Wissenschaftler gehen jedoch weiter von einer Unbedenklichkeit aus. Doch wie unabhängig kann ein Wissenschaftler sein, der von einem Gift-Konzern bezahlt oder durch dessen Drittmittel kofinanziert wird? Sehr wahrscheinlich würde es ihn seinen Job kosten, wenn seine Forschungsergebnisse gegen den Geldgeber sprechen.

Oft wird auch die Ausrede bemüht, das Gift sei ja zugelassen und streng kontrolliert. Doch diese Logik ist fatal: Atrazin, DDT, Contergan, Agent Orange und viele andere unstrittig gefährliche Gifte waren auch einst erlaubt. Die Praxis, Chemikalien zuzulassen, bis deren Gefährlichkeit zweifelsfrei erwiesen ist, ist skandalös. Denn das Risiko tragen mal wieder die Verbraucherinnen und Verbraucher!“

Umweltinstitut: Schreiben Sie einen Leserbrief!

Das Umweltinstitut München ruft alle Bürgerinnen und Bürger auf, einen Leserbrief an die Tageszeitung zu schreiben. Denn: Obwohl fast alle die giftigen Lebensmittel äßen, berichteten die Zeitungen nicht darüber. Das Umweltinstitut fragt sich, warum viele Medien das hochbrisante Thema meiden: „Vielleicht weil die Werbeaufträge der Konzerne wegfallen könnten? Lieber krankmachendes Essen für alle, als weniger Einnahmen?“

Es sei Zeit, sich zu wehren, sagt das Umweltinstitut, und hat einen Musterleserbrief ins Netz gestellt. Den kann man mit seinem Namen versehen, u.U. verändern und dann an die Zeitungsredaktion schicken.

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