Studie: Bio ist nicht gesünder

Wissenschaftler der renommierten Universität Stanford haben in einer Meta-Analyse 240 englischsprachige Studien ausgewertet. Sie kommen in ihrer heute veröffentlichen Arbeit zu dem Ergebnis, dass es keine Beweise dafür gebe, dass Bio-Produkte gesünder seien als konventionelle. „Ökologische Landwirtschaft: Studie entlarvt Bio-Mythos“ titelte daraufhin die ansonsten seriöse Süddeutsche Zeitung.

Unterschiede ja – Effekte fraglich

Da die Stanforder Forscher nur die längst bekannten Studien ausgewertet haben, ist das Ergebnis wenig überraschend. Belege für Unterschiede zwischen den Wirtschaftsweisen fanden sich durchaus. Bio-Produkte enthielten mehr Phosphor und weniger Pestizide. Bio-Hühner und Schweine waren seltener mit resistenten Keimen belastet. Bio-Milch enthielt mehr Omega-3-Fettsäuren. Doch fehlten den Wissenschaftlern die Belege dafür, dass sich das auch positiv auf die Gesundheit der Verbraucher auswirke. Sie argumentieren, dass auch konventionelle Proben nur selten die erlaubten Höchstwerte für Pestizidrückstände überschreiten würden. Auch gebe es keine Langzeitstudien, in denen Menschen untersucht würden, die sich nur bio bzw. konventionell ernähren.

Bio hat andere Verdienste

Studienleiterin Dena Bravata sagte in einer Pressemitteilung der Universität, dass es nicht ihr Ziel sei, die Leute vom Verzehr von Bio-Lebensmitteln abzuhalten. „Es gibt jenseits der Gesundheitseffekte viele andere Gründe Bio-Lebensmittel zu kaufen statt konventioneller.“ Dabei nannte sie den Geschmack, die Umweltauswirkungen der konventionellen Landwirtschaft und die artgerechte Tierhaltung. Ähnlich argumentierte Urs Niggli, Direktor des Forschungsinstituts für Biologischen Landbau in der Zeitschrift Focus. Er verwies dort auf die „unglaublich positive Wirkung“ von ökologischer Landwirtschaft auf die Biodiversität sowie auf den Grundwasserschutz. „Mit Bio kauft man sich immer ein Paket an positiven Eigenschaften.“

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