So erkennen Sie unbelastetes Spielzeug

Auch fünf Jahre nach dem Verbot finden sich immer noch gefährliche Weichmacher in Spielzeugen. In seiner Broschüre gibt der Wissenschaftsladen Bonn Tipps, wie man schadstofffreies erkennt.

Allein in den letzten zwei Monaten schlugen die Experten vom Schnellwarnsystem der EU für Produktsicherheit 42 Mal Alarm, weil Spielzeuge verbotene Stoffe enthielten. Antje Lembach, Expertin für schadstofffreies Spielzeug im Wissenschaftsladen Bonn: „”In der Mehrzahl handelte es sich dabei um Puppen aus Kunststoff, die ein Übermaß an gesundheitsschädlichen Weichmachern enthielten.“  Insbesondere drei Weichmacher, die Phthalate DEHP, DBP und BBP, gelten als fortpflanzungsgefährdend und krebserregend.” Lembach rät daher, sehr genau hinzuschauen: „Eltern sollten nach Möglichkeit nur Spielzeug kaufen, das mit GS-Zeichen, TÜV Proof-Zeichen bzw. dem „LGA tested Quality“-Zeichen oder dem Label „spiel gut“ gekennzeichnet ist.“

Tipps für den Weihnachtseinkauf kurz gefasst

  • Der Preis als Indikator: Geiz ist nicht geil, sondern ungesund: Teureres Qualitätsspielzeug ist wesentlich seltener mit Schadstoffen belastet als Billigspielzeug. Spielzeug aus Billigläden dagegen enthält häufig jede Menge . Überdies kommen Billigspielzeuge oft aus Asien und werden dort unter extrem gesundheitsschädlichen Arbeitsbedingungen hergestellt.
  • Spielzeug mit allen Sinnen prüfen: Machen Sie den Geruchstest: Spielzeug, das nach Chemie riecht, sollte im Geschäft bleiben. Denn dies deutet auf die Ausdünstung von Lösemitteln hin, die die Gesundheit gefährden. Prüfen Sie das Spielzeug außerdem auf mechanische Sicherheit, z. B. ob harte Kanten oder lockere Kleinteile am Spielzeug sind.
  • Kunststoffspielzeug möglichst PVC-frei: Kaufen Sie Kunststoffspielzeug möglichst nicht aus PVC. Wenn es keine PVC-freien Alternativen gibt (z. B. sind Kunststoffpuppen immer aus PVC), achten Sie auf einen Hinweis, dass es frei von Phthalaten ist. Eine Kennzeichnungspflicht und eine einheitliche Kennzeichnung gibt es dafür leider nicht.
  • Lackiertes Holzspielzeug sollte speichelfest sein: Kaufen Sie Holzspielzeug möglichst aus unlackiertem, gewachstem Vollholz. Bei lackiertem Holz sollten die Lacke speichel- und schweißecht sein. Lacke können insbesondere bei billigem Spielzeug Schwermetalle oder Lösemittel enthalten. Holzpuzzles aus Sperrholz dünsten oft erhöhte Mengen Formaldehyd aus.
  • Nicht jedes Label steht für Qualität: Kaufen Sie möglichst Spielzeug, das das GS-Zeichen, das TÜV Proof-Zeichen bzw. das „LGA tested Quality“-Zeichen oder das Label „spiel gut“ trägt. Diese Zeichen gewährleisten, dass das Spielzeug von einer unabhängigen Prüfstelle kontrolliert wurde. Kein Verlass ist dagegen auf das CE-Zeichen, das jedes Spielzeug trägt, das in der EU verkauft wird: Der Hersteller bringt die Kennzeichnung selber an und wird dabei in der Regel nicht von einer unabhängigen Stelle überprüft. Spielzeug, das nicht einmal das CE-Zeichen trägt und damit schon auf den ersten Blick gegen die Spielzeugrichtlinie verstößt, sollten Sie niemals einkaufen.
  • Kennzeichnung für Plüschtiere und Stoffpuppen: Textiles Spielzeug (z. B. Stoffpuppen, Plüschtiere) sollte möglichst schadstoffgeprüft nach Öko-Tex Standard 100 sein. Selbst dieses sollten Sie in jedem Fall vor dem ersten Gebrauch waschen, damit eventuell noch vorhandene Schadstoffe ausgewaschen werden.
  • Altersempfehlung beachten: Der Hinweis „”Nicht für Kinder unter drei Jahren geeignet”“ sollte unbedingt beachtet werden. Spielzeug für Kinder unter drei Jahren unterliegt strengeren Sicherheitsanforderungen z. B. hinsichtlich Schadstoffen oder verschluckbarer Kleinteile.

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