Tierversuchszahlen 2011 erneut gestiegen

Von 2010 auf 2011 stiegen die Versuchstierzahlen um gut 55.000 auf insgesamt 2.911.705 Tiere an. Wie aus der jetzt veröffentlichten Bundesstatistik des Bundeslandwirtschaftsministeriums hervorgeht, ist der Anteil der Mäuse in 2011 gegenüber dem Vorjahr um rund 73.000 auf 2.036.606 Tiere angestiegen.

Die Maus bleibt damit das am häufigsten verwendete Versuchstier, danach folgen Ratte (403.490), Fisch (199.758) und Kaninchen (87.700) und Schwein (15.633). Der Bundesverband Menschen für Tierrechte kritisiert diese Entwicklung. Denn die Trends der letzten Jahre haben sich fortgesetzt: steigende Zahlen bei gentechnisch veränderten Mäusen (2010: 703.968; 2011: 708.861) und Tiertötungen zur Organentnahme (2010: 778.276; 2011: 838.003).

Auch die Grundlagenforschung setze weiterhin auf Tierexperimente (2010: 990.909; 2011: 1.017.935) statt tierversuchsfreie Methoden zu entwickeln. Bei den Giftigkeitsprüfungen sind 2011 vermehrt Fische und Wachteln zur Prüfung der Umweltverträglichkeit von Substanzen eingesetzt worden, so dass auch hier die Zahlen gegenüber dem Vorjahr um gut 800 auf 174.656 Tiere angestiegen sind. Bei Affen, Hunden, Katzen sind die Zahlen geringfügig gesunken. Daraus sei laut Bundesverband jedoch kein signifikanter Rückgang abzuleiten.

„Wir werfen der Bundesregierung vor, dass sie bis heute kein Konzept zur Förderung der tierversuchsfreien Forschung verfolgt. Das ist ein Armutszeugnis! Denn die neue EU-Tierversuchsrichtlinie geht da viel weiter: Sie bekennt sich zum vollständigen Ersatz der und verpflichtet die Mitgliedstaaten aktiv mitzuwirken“, so Dr. Kurt Simons, Vorsitzender des Bundesverbandes Menschen für Tierrechte. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft hat das inzwischen erkannt und überlegt die Einrichtung von Stiftungsprofessuren. „Wir sind gespannt, in welcher Form sie die Maßgaben der EU-Tierversuchsrichtlinie umsetzen wird.“

Der Verband drängt auch auf die Einrichtung eines Kompetenzzentrums, das das umfangreiche Wissen zur Beurteilung von Tierversuchen insbesondere für Behörden und Wissenschaftler vorrätig hält. Durch das Bereitstellen von jüngsten Forschungsentwicklungen und kompetenten Ansprechpartnern würde das Kompetenzzentrum auch unmittelbar zur Reduktion der Tierversuche und der Verbreitung tierversuchsfreier Methoden beitragen. ZEBET, die 1989 im heutigen Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) eingerichtete Zentralstelle zur Erfassung und Bewertung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden zum Tierversuch, sei für diese Aufgabe personell völlig unzureichend ausgestattet. Zur Untermauerung seiner Forderung hat der Bundesverband eine Petition eingerichtet.

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