Weniger Bio-Getreide – mehr Bio-Hühner

Die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft AMI hat Strukturdaten zum ökologischen Landbau in Deutschland 2011 veröffentlicht. Die Zahlen umfassen Anbauflächen und Tierhaltung sowie die Verkaufserlöse der Bauern. Basis des Berichts sind die Daten von neun Kontrollstellen, die 83 Prozent der Betriebe und der Fläche repräsentieren. Der Rest wurde geschätzt.

Ein Viertel der Hülsenfrüchte ist bio

Laut dem Bericht der AMI sind die Getreideanbauflächen 2011 das zweite Jahr in Folge leicht zurückgegangen. Sie betragen nun 204.000 Hektar. Das waren 3,1 Prozent der deutschen Getreidefläche bzw. 20 Prozent der deutschen Bio-Fläche. Der Rückgang betraf vor allem Roggen.

Auf dem Rückzug ist auch der Anbau von Ackerbohnen, Lupinen und Erbsen als Viehfutter. 2011 wurden noch 25.500 Hektar mit dem dringend benötigten Eiweißfutter angebaut. Weil die Leguminosen Stickstoff in den Boden bringen, sind sie bei Öko-Bauern weitaus häufiger in der Fruchtfolge zu finden als bei konventionellen Landwirten, die statt dessen billiges Übersee-Soja importieren. Der Bio-Anteil bei Leguminosen liegt deshalb bei über einem Viertel.

26 Prozent mehr Legehennen

Die Zahl der Legehennenplätze ist von 2,3 Millionen in 2010 auf 2,9 Millionen in 2011 angewachsen. Aufgrund der gestiegenen Nachfrage (Dioxinskandal im Frühjahr 2011) seien im großen Stil Bio-Legehennenställe gebaut worden, schreibt die AMI. Aber auch die Ausweitung kleinerer Bestände, zum Beispiel in Hühnermobilen, habe zu diesem Wachstum beigetragen. Die Zahl der Masthähnchen hingegen nahm nur leicht zu. Bei Enten, Gänsen und Puten gab es leichte Rückgänge. Schuld daran sind laut AMI „die sehr hohen Preisaufschläge gegenüber der konventionellen Variante“. Sie hätten sich nicht überall durchsetzen lassen. Bei Schweinen ist die geringe Zahl der Bio-Ferkel der limitierende Faktor. Die Zahl der Tiere wächst kaum noch – dafür der Preis.

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