Tausende fordern Vermarktungsstopp hochgefährlicher Pestizide

Jedes Jahr geschehen weltweit unzählige Pestizid-Vergiftungen. BASF, Bayer und Syngenta seien als die drei weltweit größten Pestizid-Konzerne nach Angaben der Organisation wesentlich mitverantwortlich. In einer breiten Allianz haben nun rund 10.000 Personen und 127 Organisationen aus dem In- und Ausland gemeinsam mit in einem Schreiben die Konzerne aufgefordert, den Verkauf hochgefährlicher weltweit einzustellen.

Seit Jahrzehnten wird durch Programme zur sicheren Anwendung von Pestiziden weltweit versucht, Pestizidvergiftungen zu verhindern. Trotzdem erlitten Menschen, Nutztiere und die Natur weiterhin starke Schäden durch hochgefährliche Pestizide, so PAN Germany. Allein der Umfang der akuten Vergiftungen von Menschen werde auf weltweit 25-41 Millionen jährlich geschätzt.

Carina Weber, Geschäftsführerin von PAN Germany: „Eigentlich sollen Pestizidvergiftungen verhindert werden, indem Menschen im Umgang mit Pestiziden ausgebildet werden. In der Praxis wird das Gelernte jedoch oft nicht umgesetzt. Zudem sind viele Pestizidanwender gar nicht trainiert oder die vorgeschriebene Schutzausrüstung ist nicht verfügbar, wird nicht benutzt oder ist schadhaft. So entstehen viele Vergiftungen, besonders in Entwicklungsländern.“

Der PAN Germany Studie „Hochgefährliche Pestizide von BASF, Bayer und Syngenta“ zufolge vermarkten die Konzerne weltweit jeweils mehr als 50 hochgefährliche Pestizid-Wirkstoffe. Da diese drei in Europa ansässigen Konzerne fast die Hälfte des Pestizid-Weltmarktes kontrollieren, gehen von ihrem Pestizid-Portfolio erhebliche Gefahren aus, PAN Germany.

Am 3. Dezember 2012 jährte sich das Unglück im indischen Bhopal, wo 1984 eine Pestizid-Fabrik explodierte. Noch heute leiden tausende Menschen unter den Folgen der Explosion, während gleichzeitig das Millionenfache stille Leiden durch die alltägliche Anwendung von Pestiziden in der Landwirtschaft geschieht.

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