Ökotest Kinderjeans: Tote Hose

Kinderjeans strotzen nur so voller verbotener und problematischer Farbstoffbestandteile. Das hat eine neue Untersuchung von gezeigt. Das Verbrauchermagazin kritisiert zudem, dass viele Hersteller sich bezüglich ihrer Produktionsbedingungen und sozialen Verantwortung wenig transparent zeigen.

Eigentlich werden Bluejeans mit dem ungefährlichen Farbstoff Indigo gefärbt. Doch die Hersteller von Kinderjeans setzen lieber auf Chemie; anscheinend um bestimmte Farbeffekte zu erzielen: Von den 20 Modellen, die Ökotest ins Labor geschickt hat, steckten in mehr als der Hälfte problematische Farbstoffbestandteile. So war in vielen Hosen das krebsverdächtige nachweisbar, in drei  entdeckten die Tester sogar aromatisches , das krebserregend ist. Auch halogenorganische Verbindungen, die zum Beispiel aus einer bleichenden Behandlung mit Chlor stammen können, sind in den Kinderjeans enthalten. Viele Vertreter dieser Stoffgruppe können Allergien auslösen.

Die Textilanbieter zeigen sich teilweise auch sehr verschlossen, wenn sie nach den Arbeitsbedingungen bei der Hosenproduktion befragt werden. Die Firma Mexx beispielsweise wollte Ökotest keine Auskunft geben. Andere Unternehmen haben zwar Verhaltenskodexe und Regelwerke, die Standards zu Mindestlöhnen, zum Arbeitsschutz und zu den zentralen Kernarbeitsnormen beinhalten, zugeschickt, konkrete Namen von Lieferanten und Produzenten, Daten und Nachweise fehlten aber weitgehend.

Angesichts der vielen „mangelhaft“ und „ungenügend“ bewerteten Kinderjeans empfiehlt Ökotest Eltern, Modelle aus zu kaufen. Diese haben noch am besten abgeschnitten. Das Verbrauchermagazin rät zudem, auf eine GOTS-Zertifizierung zu achten. GOTS steht für „Global Organic Textile Standard“ und garantiert den Bio-Anbau der Rohstoffe, verbietet viele problematische Chemikalien und schließt einige soziale Mindeststandards mit ein.

Das Ökotest-Magazin Mai 2013 gibt es seit dem 26. April 2013 im Zeitschriftenhandel. Das Heft kostet 3,80 Euro.

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