Drei Wochen vor Bundestagswahl Agrarwende gefordert

7.000 Menschen haben Europas größten Geflügelschlachthof im niedersächsischen mit einer Menschenkette umzingelt. Die DemonstrantInnen forderten drei Wochen vor der Bundestagswahl unter dem Motto „Wir haben Agrarindustrie satt!“ eine grundlegende Agrarwende. Der Megaschlachthof in sei ein Symbol für die „verfehlte Agrarpolitik der schwarz-gelben Bundesregierung“, erklärten die VeranstalterInnen. Zu der Großdemonstration hatte ein breites Bündnis aus Bauern-, Umwelt-, Entwicklungs- und Tierschutzverbänden aufgerufen.

Christoph Bautz vom Kampagnennetzwerk Campact sagte: „Wir Bürger haben die Agrarindustrie satt. Wir wollen Essen auf unserem Teller, dem wir vertrauen können, und kein Fleisch von Tieren, die mit Antibiotika vollgepumpt, mit Gensoja gefüttert und in Megaställen zusammengepfercht werden. Eine neue Bundesregierung muss die Agrarwende einleiten – für eine ökologischere und bäuerliche Landwirtschaft!“

Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, forderte auf der Abschlusskundgebung eine neue Agrarpolitik für Deutschland. „Immer mehr Tiere in immer größeren Ställen – das ist ein Irrweg. Neue Megaställe bedeuten millionenfaches Tierleid und als Folge eine zerstörte Umwelt mit nitratbelasteten, sinkenden Grundwasserpegeln. Die Behebung der Umweltschäden wird dann auf die Allgemeinheit umgelegt, die zahlt nicht der Verursacher. Auch deshalb ist Fleisch viel zu billig. Diese Intensivhaltung ist zudem nur mit Antibiotikaeinsatz machbar, die Antibiotikafrage ist eben auch eine Systemfrage. Wir brauchen höhere, gesetzlich vorgeschriebene Standards und wir brauchen eine neue Förderpolitik“, sagte Schröder.

Johanna Böse-Hartje, Bio-Bäuerin vom Bund der Milchbauern (BDM) und der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) sagte: „Die Chance für eine Agrarwende war noch nie so groß wie derzeit. Gleich nach der Bundestagswahl wird über die Umsetzung der EU-Agrarreform in nationales Recht entschieden. Statt noch stärker zu subventionieren, wie Frau Aigner das will, müssen bäuerliche Betriebe stärker gefördert werden. Lasst uns am 22. September die Agrarindustrie abwählen.“

Uschi Helmers von der Bürgerinitiative Wietze sagte: „Jeden Tag sollen hier in diesem Schlachthof 430.000 Hühner geschlachtet werden. Das ist viel zu viel. Um den Schlachthof auszulasten müssten über 200 neue Megaställe gebaut werden. Doch überall im Land wächst der Widerstand. Die Menschen wollen Bauernhöfe und keine Agrarfabriken.“

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2 Gedanken zu „Drei Wochen vor Bundestagswahl Agrarwende gefordert“

  1. Hallo,
    mir wird ganz schlecht, wenn ich daran denke, wie viel Leid die Tiere ertragen müssen, damit wir Menschen unsere Gier nach billigem Fleisch befriedigen können. Die Politik MUSS dringend europaweit eingreifen, damit diese Zustände endlich ein Ende haben. Was ist nur los mit unseren Politikern, die diesem Irrsinn tatenlos zusehen? Warum ist gerade den Deutschen das Essen nichts mehr wert? Was sind die Menschen sich denn selbst noch wert? Was macht die Frau Aigner für einen misserablen Job ! Wofür steht das C in ihrer Partei noch mal???? Sollten wir nicht alle Geschöpfe dieses Planeten achtsam behandeln? Darüber sollten alle Politiker und geldgierigen Witschaftsunternehmen nachdenken. A. Hofmann

  2. Die Aktion war sicher gut und wichtig es muss sich dringend etwas ändern. Leider trifft die Aussage ” Die Menschen wollen Bauernhöfe und keine Agrarfabriken so nicht unbedingt für alle zu. Solange die Menschen hauptsächlich nach dem preis kaufen und nicht nach der Ereugung fragen wird sich hier jedoch nichts ändern. Genausowenig wenn wir immer nur Edelteile der Hühner nutzen und der Rest nicht verwertet wird. Dies gebiert eine Massenproduktion wie sie nicht wünschenswert sein kann. Das Thema kann man leider nur anreißen!
    Agrarwende und Komsumwende jetzt!!!

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