Bio-Boom hält weiter an

Der positive Trend ist ungebrochen. Ende 2012 verzeichnet die Ausgabe 2014 der FiBL-IFOAM Studie „The World of Organic Agriculture“ mehr Umsatz (10 Prozent Wachstum in den USA, dem größten Biomarkt), mehr biologisch wirtschaftende Bauern (+5 Prozent) und mehr biologisch bewirtschaftete Flächen (+0,5 Prozent).

Die Basis (Organic 1.0) wurde von Biopionieren unterschiedlicher Disziplinen auf allen Kontinenten gelegt. In den letzten Jahrzehnten (Organic 2.0) hat sich der Ökolandbau eindrücklich entwickelt. Aber die weltweite Lebensmittelproduktion ist alles andere als nachhaltig: Armut, soziale Ungerechtigkeit und Hunger bestimmen das Bild in vielen ländlichen Gebieten. Die Bauern verlieren – trotz dem von der UNO proklamierten Jahr der bäuerlichen Familienbetriebe 2014 – zunehmend an Bedeutung. Außerdem ist die Landwirtschaft ein wesentlicher Mitverursacher von Klimawandel und Verlust an Biodiversität. Die Diskussion um Organic 3.0 – mit dem Ziel, Strategie und Innovation für mehr nachhaltige Wirkung zu entwickeln – kommt genau zum richtigen Zeitpunkt.

Organic 3.0 heißt: Nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen statt Ausbeutung

Strategischer Fokus auf Wirkung statt auf Perfektion! Und volle Transparenz der Wertschöpfungskette statt Greenwashing! “Dank seiner Ganzheitlichkeit kann der Biolandbau wirkungsvoll zur Lösung globaler Herausforderungen beitragen”, sagt Markus Arbenz, der Geschäftsführer von IFOAM. “Die Biobewegung thematisiert viele Herausforderungen wie Ernährung und Gesundheit, Boden- und Wasserschutz, freien Zugang zu Saatgut und Land sowie Tierwohl. Sie setzt sich für die Internalisierung von externen Kosten und gegen unsinnige Subventionen einsetzen. Und wir müssen sicherstellen, dass der Biomarkt – der Motor unserer Entwicklung – gut versorgt ist.”

Globale Biolandbaustatistik 2014: Markt, Fläche und Betriebe

Das Marktforschungsunternehmen Organic Monitor schätzt, dass der globale Markt für Bioprodukte 2012 ein Volumen von fast 64 Milliarden US-Dollar erreichte (ca. 50 Milliarden Euro). Die Vereinigten Staaten mit waren mit 22,6 Milliarden Euro und einem Marktwachstum von 10 Prozent der größte Markt, gefolgt von Deutschland (7 Milliarden Euro) und Frankreich (4 Milliarden Euro). Die Länder mit dem höchsten Pro-Kopf-Verbrauch waren die Schweiz (189 Euro) und Dänemark (159 Euro).

Gemäß der FiBL-IFOAM-Erhebung leben ungefähr 80 Prozent der weltweit 1,9 Millionen Bioproduzenten (Vorjahr: 1,8 Millionen) leben in Entwicklungsländern. Wie auch in den vergangenen Jahren sind die Länder mit den meisten Produzten Indien (600.000), Uganda (189.610), Mexiko (169.707) und Tansania (148.610).

Insgesamt wurden in 2012 37,5 Millionen Hektar biologisch bewirtschaftet. Im Vergleich zu 2011 nahm die Biofläche um fast 200.000 Hektar zu. In Afrika stieg sie um sieben und in Europa um sechs Prozent an.

Fast ein Drittel der globalen Biolandwirtschaftsfläche liegt in Ozeanien (32 Prozent; 12,2 Millionen Hektar), gefolgt von Europa (30 Prozent; 11,2 Millionen Hektar), und Lateinamerika (18 Prozent; 6,8 Millionen Hektar). Nach wie vor ist Australien das Land mit der größten Biofläche (12 Millionen Hektar; geschätzte 97 Prozent hiervon sind extensive Weideflächen), gefolgt von Argentinien (3,6 Millionen Hektar) und den Vereinigten Staaten von Amerika (2,2 Millionen Hektar). Die Länder mit dem höchsten Bioanteil an der gesamten Landwirtschaftsfläche sind die Falklandinseln mit 36,3 Prozent, gefolgt von Liechtenstein (29,6 Prozent) und Österreich (19,7 Prozent) sowie weiteren europäischen Ländern. In zehn Ländern werden mehr als zehn Prozent der Landwirtschaftsfläche biologisch bewirtschaftet.

In Europa haben in den vergangen Jahren sowohl der Biomarkt als auch die Bioflächen ein signifikantes Wachstum gezeigt. Detaillierte Informationen zu Entwicklungen und Trends liegen über eine neue Studie vor, die kürzlich von der IFOAM-EU-Gruppe, dem FiBL, Naturland und dem Mittelmeerinstitut für Agrarforschung (CIHEAM-IAMB) herausgegeben wurde. Darin wird Potential für zukünftiges Wachstum aufgezeigt.

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