Einigung in NRW zum Kupierverzicht bei Schweinen

Das Landwirtschaftsministerium Nordrhein-Westfalen (NRW) hat sich mit den Präsidenten des Rheinischen und des Westfälischen Landesbauernverbandes, Friedhelm Decker und Johannes Röring, auf eine „Gemeinsame NRW-Erklärung zum Verzicht auf das routinemäßige Kürzen des Schwanzes bei Schweinen“ geeinigt. In drei Etappen soll bis Ende 2016 landesweit der Kupierverzicht umgesetzt werden.

Bisher ist es fast überall üblich, den Schweinen der konventionellen Haltung wenige Tage nach der Geburt ihren Ringelschwanz ohne jede Schmerzausschaltung zu kürzen, um dem Risiko des „Schwanzbeißens“ (Kannibalismus) vorzubeugen. Dies ist durch die europäische Richtlinie 91/630/EWG schon seit 1994 verboten. Doch bisher wird dieses Verbot weder in Deutschland noch in den meisten anderen EU-Mitgliedsländern eingehalten (Ausnahme: Schweden, Finnland und Litauen).

Die Organasation feiert diesen elementaren Meilenstein als Einstieg in den Ausstieg vom Schwanzkupieren. „Nach fünfjähriger intensiver Kampagnen-, Lobby- und Projektarbeit auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene werden unsere vehementen Forderungen nach Umsetzung und Kontrolle des Kupierverbots für Ringelschwänze endlich in die Realität umgesetzt“, freut sich Prof. Dr. Sievert Lorenzen, Vorsitzender von .

In der Schweiz wird seit 2008 sehr erfolgreich auf das verzichtet, auch in konventionellen Ställen mit Vollspaltenböden, die den konventionellen Ställen in Deutschland sehr ähneln. Ursachen von Kannibalismus und Maßnahmen zur Verhinderung sind inzwischen hinreichend bekannt und praktisch umsetzbar.

Deshalb ist die NRW-Erklärung ein vielversprechender Auftakt für 2014 und lässt auf einen Dominoeffekt hoffen – in den übrigen Bundesländern aber auch in Nachbarländern wie Dänemark und den Niederlanden. Diese Länder exportieren jedes Jahr insgesamt ca. 10 Mio. Ferkel nach Deutschland und müssen daher schnell reagieren. In der Folge werden die anderen EU-Mitgliedsländer auch keine Ausreden mehr haben, das weiter zu umgehen – und die EU wird bei weiteren Verstößen mit Sanktionen wie EU-Agrarsubventionskürzungen und Vertragsverletzungsverfahren reagieren müssen

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