US-Farmer haben wieder mehr Gentechnik-Pflanzen ausgesät

In den USA setzen die Landwirte unvermindert auf gentechnisch veränderte Sorten. Nach Angaben des statistischen Dienstes der US-Landwirtschaftsbehörde sind deren Flächen 2014 noch einmal um gut vier Prozent auf nunmehr 72,6 Millionen Hektar gestiegen. Bei allen drei Kulturarten – Mais, Sojabohnen und Baumwolle – steigt der Anteil von gv-Sorten an der Gesamterzeugung und liegt jetzt bei durchschnittlich 95 Prozent. Trotz einer stärker werdenden öffentlichen Diskussion um gentechnisch veränderte Lebensmittel ist eine Trendwende zurück zu konventionellen Sorten nicht zu erkennen.

Bei Sojabohnen steigen die Anbauflächen  in den USA um 11 Prozent und erreichen 2014 ein Rekordniveau von 84,6 Millionen Hektar. Auf 94 Prozent davon wachsen in diesen Jahr gv-Sorten, ein Plus von 3,1 Millionen Hektar. Es sind weiterhin ausschließlich gv-Sojabohnen mit Herbizidresistenzen auf den Markt.

Nach dem Spitzenwert im Vorjahr ist bei Mais die Gesamtfläche 2014 um vier Prozent zurückgegangen. Dem entsprechend sinkt die mit gv-Mais bewirtschaftete Fläche um drei Prozent auf nunmehr 34,4 Millionen Hektar. Der Anteil der gv-Sorten steigt sogar von 90 auf 93 Prozent.
Mehr als drei Viertel (76 Prozent) der im Frühjahr 2014 ausgebrachten gv-Maissorten verfügen über mehrere Insekten- und Herbizidresistenzen (stacked genes). Im Handel sind verschiedene Sorten, die zwei oder mehr Varianten des Bt‑Proteins bilden, die gegen Schädlinge wie den Maiszünsler (European Corn borer) oder den  Maiswurzelbohrer (Corn root worm) gerichtet sind. Zusätzlich sind diese Maispflanzen resistent gegen verschiedene Herbizide. 2013 lag der Anteil an stacked genes-Maissorten noch bei 71 Prozent.

Nach deutlichen Rückgängen im Vorjahr legt nun der Baumwollanbau wieder zu. Die Gesamtfläche steigt 2014 um vier Prozent, der Anteil der gv-Sorten macht einen Sprung von 90 auf 96 Prozent. Auch bei Baumwolle werden überwiegend stacked genes-Sorten mit Kombinationen von Herbizid- und Schädlingsresistenzen ausgesät. Ihr Anteil legt von 67 auf 79 Prozent zu.

Die aktuellen Anbauzahlen deuten darauf hin, dass die US-Farmer nach wie vor von den Vorteilen gentechnisch veränderter Sorten mit Herbizid- und Insektenresistenzen überzeugt sind. Weder die zunehmenden öffentlichen Auseinandersetzungen über gentechnisch veränderte Lebensmittel, noch die Kampagnen für eine Kennzeichnung (Right to know) haben sich bisher in größeren Marktanteilen für konventionelle Sorten niedergeschlagen.

Auch die zunehmenden Probleme mit resistenten Unkräutern und Schädlingen haben bei den US-Farmern nicht zu einer veränderten Saatgut-Nachfrage geführt.

So haben sich in einigen Regionen inzwischen verschiedene Unkräuter verbreitet, die gegen den überwiegend ausgebrachten Herbizidwirkstoff Glyphosat (Roundup) resistent geworden sind. Allerdings sind die Landwirte deswegen kaum zu herkömmlicher Unkrautbekämpfung zurückgekehrt, sondern bevorzugen neue gv-Sorten, die über Toleranzen gegen weitere Herbizid-Wirkstoffe verfügen, mit denen auch die Roundup-resistenten Unkräuter bekämpft werden können. Außerdem können die Landwirte nun im Wechsel verschiedene Herbizide ausbringen und so eine Resistenzbildung bei den Unkräutern hinauszögern.

Auch bei Mais ist der Trend zu gv-Sorten ungebrochen. Zwar treten im mittleren Westen verstärkt Maiswurzelbohrer auf, die gegen den Wirkstoff (Bt-Protein Cry3Bb1) im gv-Mais resistent geworden sind. Doch da das Konzept gegen den wichtigsten Schädling – den Maiszünsler – weiterhin wirksam ist, entscheiden sich die meisten Farmer nun für solche gv-Maissorten, die mehrere Bt-Proteine bilden und damit beide Schädlinge abwehren.

Nicht in der offiziellen Agrarstatistik der US-Landwirtschaftsbehörde ausgewiesen sind Flächenanteile für gv-Sorten bei anderen Kulturarten. Angebaut werden gv-Raps und gv-Zuckerrüben – hier sind konventionelle Sorten kaum noch vertreten – sowie gv-Alfalfa (Luzerne), gv-Papaya und gv-Squash (Zucchini). (Quelle: www.transgen.de)

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