Glyphosat – die unterschätzte Gefahr

Die Organisation hat eine Kampagne für den Schutz von Menschen, Tieren und Umwelt vor -haltigen Totalherbiziden begonnen.

agrar koordinationDie öffentliche und wissenschaftliche Debatte um Glyphosat, den weltweit meistverkauften Pestizidwirkstoff, ist brisant. Die deutschen und europäischen Zulassungsbehörden halten Glyphosat für einen Wirkstoff, der ohne Bedenken in der Landwirtschaft angewendet werden kann. Doch viele wissenschaftliche Studien und Erfahrungsberichte weisen auf erhebliche Gefahren für Menschen, Tiere und Umwelt hin. Die Agrar Koordination mischt sich mit ihrer Kampagne in diese Debatte ein.

 

 

Mit der Kampagne möchte die Agrar Koordination …

  • … die Öffentlichkeit, Landwirte und Hobbygärtner über die Gefahren von Glyphosat und anderen Totalherbiziden aufklären.
  • … darauf hinwirken, dass die zuständigen Politiker und Zulassungsbehörden die Gefahren von Glyphosat und anderen Totalherbiziden ernst nehmen und notwendige Maßnahmen zum Schutz von Menschen, Tieren und Umwelt ergreifen. In Zusammenhang damit möchten wir uns für grundlegende Reformen bei den Regularien für die Pestizidzulassung und Risikobewertung in Europa einsetzen.
  • … speziell auf die besonderen Probleme beim Einsatz von Glyphosat und anderen Totalherbiziden in Entwicklungsländer aufmerksam machen. Wir appellieren an Akteure in der Entwicklungspolitik, sich für den Schutz von Menschen in Entwicklungsländern vor Totalherbiziden einzusetzen.

Auf politischer Ebene setzt sich die Agrar Koordination für folgende Punkte ein:

  • Weltweites Verbot von Glyphosat und anderen giftigen Pestiziden (z.B. Paraquat und Glufosinat) sowie giftigen Pestizid-Beistoffen (Tallowamine)
  • Grundlegende Reform der Risikobewertung und der überholten wissenschaftlichen Vorgaben
  • Mehr Transparenz und unabhängige wissenschaftliche Forschung in der Risikobewertung – Beendigung des Einflusses von Pestizid-produzierenden Unternehmen auf die Risikobewertung. Finanzierung der Risikobewertung durch Unternehmen nur indirekt, z.B. über einen von Behörden verwalteten Fonds.
  • Importverbote und Boykotte von Produkten, die mit Glyphosat und anderen giftigen Pestiziden behandelt wurden.
  • Vermehrte Rückstandskontrollen bei Lebens- und Futtermitteln. Ausweitung der Kennzeichnungspflicht: auch Tierprodukte sollten zumindest gekennzeichnet sein, wenn die Tiere mit gentechnisch verändertem, glyphosat-bespritzten Soja gefüttert wurden. Dann haben die Verbraucher eine Wahlmöglichkeit!
  • Förderung agrarökologischer Anbausysteme und nicht-chemischer Schädlingsbekämpfung. Förderung einer umweltschonenden Landwirtschaft, die Ernährung in Nord und Süd sichert.

Brief an Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt

Die Agrar Koordination hat sich zusammen mit elf weiteren Organisationen mit einem offenen Brief an Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt gewandt. Darin fordern sie ihn auf, sich für ein Verbot von Glyphosat einzusetzen, grundlegende Reformen der behördlichen Risikobewertung von Pestiziden und verstärkte agrarpolitische Maßnahmen zur Förderung einer nicht-chemischen Schädlingsbekämpfung. Der am 31.7.2014 versendete Brief wurde bisher noch nicht beantwortet.

 Neue Fachpublikation

Am 03.12.2014, zum “International Day of No Pesticides” werden die Agrar Koordination und PAN Germany die Fachpublikation “Roundup & Co – Unterschätzte Gefahren” veröffentlichen. Sie wird auf der Hompeage der Agrar Koordination als pdf-Dokument runterzuladen und als Druckversion bei der Agrar Koordination zu bestellen sein. Online-Version unter www.agrarkoordination.de/publikationen-shop/.

Glyphosat-Tagung in Berlin

Am 03.12. veranstaltet die Agrar Koordination in Kooperation mit PAN Germany und der Heinrich-Böll-Stiftung außerdem eine Tagung zum Thema “Roundup & Co – Gefahren für Gesundheit, Umwelt und eine nachhaltige Nahrungsproduktion”. Tagungsort ist die Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin.

Mehr zum Thema

  • Hier kann man sich den Forderungen in einem Brief an den Bundeslandwirtschaftsminister und die EU-Kommission (Generaldirektion Gesundheit und Verbraucher) anschließen.
  • Hier findet man den Kampagnenflyer.

Ein Gedanke zu „Glyphosat – die unterschätzte Gefahr“

  1. Ich finde es sehr traurig, wie man mit Geschöpfen umgeht, die der liebe Gott geschaffen hat!!! Warum wird soviel kaputt gemacht, was “GUT” ist? Warum lassen sich die Großlandwirte nichts mehr sagen, warum haben diese soviel Macht, dass sie bestimmen können, was mit unseren Lebensmitteln (Obst, Gemüse und auch Tiere (Lebewesen)geschieht?
    Finde es widerlich, wie Menschen sich selbst und ihre Mitgeschöpfe zerstören!!!
    “Sprichwort”!! “Wenn der letzte Baum gefällt ist,
    die letzten Flüsse und Fische vergiftet sind, erst dann
    werden die Menschen merken, dass man sich von Geld nicht ernähren kann”!!!

    Vielen Dank, Ines Grande

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