Politik würdigt Bio als Zukunftsbranche

BOELW-Logo Auf dem 1. Bio-Empfang des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft () auf der Grünen Woche in Berlin haben Spitzenpolitiker von EU und Bund vor 700 Gästen aus Politik, Verwaltung, Landwirtschaft, Herstellung und Handel, Medien und Zivilgesellschaft den Bio-Sektor als Zukunftsbranche mit außergewöhnlichen Wachstumschancen gewürdigt. Diese Chancen werden jedoch aktuell durch die Pläne der EU-Kommission zur Revision der massiv gefährdet. Daher machten die Vertreter des , sowie Bio-Landwirte und -Unternehmer aus Frankreich, Belgien und Lettland deutlich, dass mit dem vorliegenden Verordnungsentwurf Bio zurück in die Nische gedrängt würde.

„Die im Frühjahr 2014 von der EU-Kommission vorgeschlagene Totalrevision der EU-Öko-Verordnung, die bereits vor fünf Jahren komplett überarbeitet wurde, schafft Brüche und massiven Mehraufwand in Verwaltung und Praxis – ohne irgendetwas zu verbessern“, kommentiert der BÖLW-Vorsitzende Felix Prinz zu Löwenstein die geplante Überarbeitung des EU-Bio-Rechts. „Wenn dazu kommt, dass Bio-Unternehmer mit einer geplanten Nulltoleranz für Pestizid-Kontaminationen ihrer konventionell wirtschaftenden Nachbarn verantwortlich gemacht werden, dann wird das Öko-Recht zu einer Bio-Verhinderungsverordnung.“

Bio-Arbeitsplätze gefährdet

Der BÖLW-Vorsitzende rechnete den Gästen des Bio-Empfangs vor, was ein Bio-Grenzwert für die Branche bedeuten würde: „Mehr als 30.000 Arbeitsplätze wären in Deutschland, weitere 200.000 im restlichen Europa gefährdet. Das kann doch niemand wollen!“, rief Löwenstein EU-Kommissar Phil Hogan zu. Hogan hatte in seiner Rede die Absicht der EU-Kommission vorgestellt, gerade Beschäftigung und Wachstum ins Zentrum der EU-Politik zu stellen.

Löwenstein forderte von den Spitzenvertretern der Europäischen Agrarpolitik auf der Internationalen Grünen Woche: „EU-Kommissar Hogan und Bundesagrarminister Schmidt müssen nun Ernst machen mit ihrer Ankündigung, die Sorgen der Bio-Praktiker ernst zu nehmen! Sonst werden die EU-Kommission, das -Parlament und der -Rat mit der Überarbeitung der EU-Öko-Verordnung scheitern!“

Der BÖLW fordert als Spitzenverband der Ökologischen Lebensmittelwirtschaft anstatt einer Totalrevision eine gezielte und problemorientierte Weiterentwicklung der bestehenden EU-Öko-Verordnung. Das bedeutet vor allem den Fokus auf die Importregeln, auf die Verbesserung der Prozesskontrolle, auf die Produktionsregeln für die Geflügelerzeugung sowie auf die Weiterentwicklung der Regeln für die Anwendung von Zusatzstoffen und Aromen in ökologischen Lebensmitteln zu legen.

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