Ökolandbau ist Gewässerschutz

„Wasserschutz ist Daseinsfürsorge – und ist ein wichtiger Beitrag zum Wasserschutz“, beschreibt Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), die Bedeutung des Ökolandbaus für einen bewussten Umgang mit der lebenswichtigen Ressource. Der Eintrag von stickstoff- und phosphorhaltigen Düngemitteln, chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln und Tiermedikamenten gefährdet Grund- und Oberflächengewässer. reduziert den Eintrag schädlicher Stoffe und verbessert die Aufnahme von Niederschlagswasser, indem er für mehr Bodenleben sorgt.

Löwenstein: „Es gibt einfach zu viele und drängende Probleme im Zusammenhang mit dem Wasser, um weiter am Status quo der konventionellen Landwirtschaft festzuhalten. Dazu zählen die in etlichen Regionen immer noch ansteigende Nitratwerte im Trinkwasser und die Belastung der Gewässer mit Rückständen aus Pflanzenschutz- und Tierarzneimitteln. Dazu zählt ferner die Überdüngung der Weltmeere mit Nährstoffen aus der Landwirtschaft, die an bereits vielen Stellen zum großräumigen Zusammenbruch der marinen Öko-Systeme geführt hat. Wir brauchen deshalb den Ökolandbau als die Alternative, die ihre Funktionsfähigkeit längst bewiesen hat!“

Der BÖLW-Vorsitzende gibt zu bedenken: „Wasserschutz lässt sich nicht vertagen, denn der Anteil von nutzbarem Süßwasser ist mit 2,5 % aller Wasserreserven weltweit gering.“ Die Bundesregierung müsse deshalb jetzt mit allen verfügbaren Politikinstrumenten die Umstellung auf eine ökologische Wirtschaftsweise forcieren. Bei der Novelle der Düngeverordnung, die aktuell verhandelt wird, käme es darauf an, dass nicht nur Wirtschaftsdünger aus der Tierhaltung sondern auch synthetische Stickstoffdünger in den Regelungen berücksichtigt werden. Die Düngeverordnung müsse vor allem in viehstarken Regionen greifen; denn dort liegen die Ursachen des Problems. Deshalb sollten Betriebe mit einer Viehdichte von über zwei Großvieheinheiten pro Hektar eine verpflichtende Hoftorbilanz vorweisen und gegebenenfalls eine Stickstoffüberschussabgabe leisten müssen, um die von ihnen verursachten Umweltkosten auszugleichen.

Strengere Regelungen und die Stärkung des Ökolandbaus sind wirksame Beiträge, mit denen unsere Grund- und Oberflächengewässer als Grundlage für die weltweite Ernährung auch für die künftigen Generationen erhalten werden können. „Wasser muss nachhaltig genutzt werden. Eine weitere Beeinträchtigung dieser knappen Ressource können wir uns nicht leisten“, so Löwenstein abschließend.

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