Produktvielfalt bei Bio bedroht

Auf Einladung der lettischen Ratspräsidentschaft haben sich in der vergangenen Woche die EU-Agrarminister zu einem informellen Treffen in Riga getroffen. Ein Kernpunkt der dortigen Diskussionen war die , die festlegt, welche Lebensmittel bio sind und welche nicht. Bereits vor über einem Jahr hat die zuständige Kommission einen Revisionsvorschlag eingereicht, der so umstritten ist, dass die Agrarminister und das Europäische Parlament noch immer um die Inhalte ringen.

So traurig sähe ein Frühstückstisch ohne Importwaren aus...
So traurig sähe ein Frühstückstisch ohne Importwaren aus…

Zahlreiche Gefahren für die in- und ausländische Bio-Branche lassen sich aus der Revision ableiten. Nach augenblicklichem Stand wird es nun für Bio-Produzenten heikel, die nicht in der Europäischen Union beheimatet sind. Aus informellen Kreisen sickerte die Information durch, dass sich alle Nicht-EU-Staaten, die Bio-Lebensmittel produzieren und in die EU importieren möchten, der so genannten Compliance- also Konformitätsregelung unterwerfen müssen.

Diese sieht vor, dass nicht nur die EU-Öko-Verordnung ausnahmslos und ohne jegliche Anpassung an klimatische, sozioökonomische und administrative Gegebenheiten gilt, sondern auch die kontrollierenden Behörden nach Vorbild der europäischen Instanzen aufgebaut werden müssen.

 

„Was dort geplant wird, lässt jeden Realitätsbezug vermissen“, sagt Elke Röder, Geschäftsführerin des Bundesverband Naturkost Naturwaren () e.V. „Nicht umsonst gibt es schließlich geltende Äquivalenzstandards für Landwirte, die in anderen Klimazonen Bio produzieren. Diese ordnen unter anderem den Umgang mit Wasser oder passen die Vorschriften für andere Klimazonen und insbesondere tropische Kulturen an, da es in der EU beispielsweise keinen Kakao- oder Kaffeeanbau gibt. Wenn solche Staaten nun gezwungen werden, nach europäischer Blaupause herzustellen, könnte die Folge das Verschwinden zahlreicher Produkte auf dem EU-Markt und damit auf unseren Esstischen sein. Aus Riga weht ein Wind der Abschottung durch ganz Europa.“

Es stehe zu befürchten, hört man aus dem BNN, dass auf der nächsten Sitzung der EU-Agrarminister am 16. Juni in Luxemburg die teilnehmenden Minister für die Konformitätsregelung votieren. Das wäre ein kolossaler Rückschritt für die Bio-Branche.

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