Verzicht auf Schwänzekupieren möglich

Die Schweinehaltung in Norwegen kann für Niedersachsen beim Aufbau von praxisfähigen und artgerechten Haltungssystemen wichtige Anregungen geben. Zentrale Eckpunkte für eine tiergerechte Schweinehaltung wie der Verzicht auf das der Ringelschwänze sind in Norwegen schon langjährig in der Umsetzung – so das Fazit von Teilnehmern einer dreitägigen Delegationsreise nach Norwegen.

Landwirtschaftsminister Christian Meyer hatte dazu Vertreter aus Landwirtschaft, Handel, Wissenschaft und Verwaltung eingeladen. Die Delegationsteilnehmer von Bioland und Neuland ziehen eine positive Bilanz. „Die Erfahrungen in Norwegen zeigen, dass konventionelle Schweinehaltung ohne Schwänzekupieren, mit wenig Antibiotika-Einsatz und ohne Fixierung von Sauen funktionieren kann“, bilanziert Harald Gabriel, Geschäftsführer von Bioland in Niedersachsen/Bremen seine Eindrücke der Delegationsreise. „Klare politische Vorgaben für eine artgerechte Haltung und angepasste Tierzahlen sind wichtige Erfolgsfaktoren in Norwegen.“

Auch eine Zucht auf besonders gesunde und widerstandsfähige Tiere wird in Norwegen in Angriff genommen. „Der Gesundheitsstatus der Tiere ist sehr hoch“, stellt Jochen Dettmer, Neuland-Landwirt und Sprecher von Neuland e.V., fest. „Davon und von den Haltungssystemen sollten wir lernen, statt wie das Niedersächsische Landvolk die Ansätze in Norwegen kleinzureden. Eine Blockadehaltung gegenüber notwendigen Verbesserungen in der Schweinehaltung gefährdet die gesellschaftliche Akzeptanz der Schweinehaltung und schadet den bäuerlichen Betrieben in Niedersachsen“, so Dettmer abschließend.

Der Neuland e.V. und Bioland Landesverband Niedersachsen/Bremen arbeiten aktiv im Tierschutzplan Niedersachsen mit, um die praktischen Erfahrungen einer besonders tiergerechten Haltung, wie bei Neuland und Bioland praktiziert, in die Fach-Arbeitsgruppen einzubringen.

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