Aquazucht

Aquazucht


Definition:

Fischfarmen, die Süßwasser- und Meeresfische zum Verzehr züchten. Entwickelt, um den weltweiten Fischhunger zu stillen, der die Bestände an Wildfrisch bedroht. Mittlerweile wird fast die Hälfte des weltweit konsumierten Speisefisches in solchen Unterwasserfarmen produziert.

Konventionelle Produkte:

Massentierhaltung. Das enge Aufeinanderleben macht die Tiere krankheitsanfällig und ist wenig artgerecht. Viele Tiere  zeigen Verhaltensstörungen und sterben vorzeitig. Sie bekommen Wachstumsförderer und Antibiotika, die sich teils im Fisch wiederfinden. Die Ausscheidungen der Tiere überdüngen die Gewässer und belasten sie mit Medikamenten- und Chemikalienrückständen.

Für die Shrimps-Massenproduktion in Indien, Thailand, Ecuador und Mexiko etwa werden Mangrovenwälder zerstört. Raubfische wie Lachs, Forelle oder Hecht bekommen nicht nur Abfälle aus der Speisefischerei , sondern auch Wildfisch zu fressen, was die Überfischung der Meere noch weiter fördert. Konventionelle Massenzucht geht auch auf Kosten des Geschmacks: Das Fleisch der Tiere ist wegen des Bewegungsmangels und des schlechten Futters zu weich, der Geschmack tranig oder modrig.

Biologische Produkte:

Während die Anbauverbände Bioland und Naturland schon lange Regeln für die Fischzucht haben, gibt es EU-Richtlinien für Bio-Aquakulturen erst seit 2010. Sie legen fest, wie Fische, Krebstiere, Seegras und Algen in Süß- und Salzwasser zu produzieren sind. Wichtigste Bio-Kriterien sind geringere Besatzdichten, naturnahe Teiche und umweltverträgliches Futter. Antibiotika und andere Zusatzstoffe sind auf Bio-Fischfarmen tabu.

Bio-Garnelen stammen zum Beispiel aus Aufzucht in naturnahen Teichanlagen in Ecuador. Dafür dürfen die Shrimpsfarmer keine Mangroven abholzen – die Naturland- Richtlinien verpflichten sie vielmehr zur Wiederaufforstung früherer Mangrovenflächen. In den Teichen finden die Garnelen einen großen Teil ihrer Nahrung in Form von Algen und Plankton. Zusätzlich ist nur Bio-zertifiziertes Futter vorgesehen.

Fischöl und -mehl für Bio-Lachse oder Forellen dürfen nur aus Resten der Verarbeitung von Bio-Speisefisch hergestellt werden, nicht aber aus Wildfisch. Demeter verzichtet sogar ganz auf die Zucht von Raubfischen.

Ähnlich dem Siegel MSC, das nachhaltige Fischerei bescheinigt, gibt es für nachhaltige Aquakulturen das Gütesiegel ASC (Aquaculture Stewardship council).