Fleisch

Fleisch


Definition:

Muskel-, Fett- und Bindegewebe sowie Innereien von Nutztieren oder Wildtieren. Als Proteinlieferant geschätzt, doch kann man auch allein mit pflanzlichem Protein, vegetarisch, leben.

Konventionelle Tierhaltung:

Massentierhaltung. Dort stehen viele Tiere bei künstlicher Beleuchtung auf Spaltenböden mit Aussparungen für die Gülle, ohne Stroh. Infolge dessen entzünden sich häufig ihre Gelenke, die Langeweile in der monotonen Umgebung führt zu Verhaltensstörungen und macht aggressiv, so dass die Tiere sich und ihre Stallgenossen verletzen.
Um Krankheiten vorzubeugen oder zu behandeln erhalten die Tiere große Mengen an Antibiotika, was resistente Krankheitserreger erzeugt. Erkrankt ein Mensch, helfen etliche Antibiotika dann nicht mehr.

Die intensive Fleischproduktion ist nicht nur qualvoll für die Tiere, sie belastet auch die Umwelt und entzieht Kleinbauern in andern Ländern ihre Nahrungs- und Existenzgrundlage. Deutschland produziert nicht nur für den eigenen Verzehr, sondern exportiert auch Fleisch. Dafür werden große Mengen an Futtermitteln wie Soja und Mais importiert, was in den Erzeugerländern zum Verlust von Anbaufläche für die eigene Ernährung führt und zudem Regen- und Tropenwald zerstört. Teils handelt es sich um gentechnisch veränderten Pflanzen, auch Zusatzstoffe und Enzyme für die Tiernahrung werden häufig mit gentechnisch veränderten Mikroorganismen hergestellt.

Lange Wege ins Schlachthaus und schlechte Transportbedingungen erzogen bei den Tieren viel Stress, was die Qualität ihres Fleisches mindert: Es wird blass, weich und wässrig.

Ökologische Tierhaltung:

Grundlage ist bzw. angestrebt wird ein geschlossener Hofkreislauf, in dem das Tier frisst, was der Landwirt anbaut, den Menschen ernährt und mit seinem Mist dem Boden Nährstoffe zurückgibt. Nach den Regeln der Anbauverbände muss daher der gesamte Hof eines Tierhalters ökologisch bewirtschaftet werden. Die EU-Öko-Verordnung fordert das nicht unbedingt. Auch sonst gehen die Ansprüche von Naturland, Bioland, Demeter, Gäa und Biopark zum Teil über die der Öko-Verordnung hinaus.

Generell haben ökologisch gehaltene Tiere mehr Platz im Stall und erhalten dort einen artenrechten Liege-/Sitzplatz  – Vollspaltenhaltung ist verboten. Auslauf oder Weidegang sind Pflicht. Die Jungtiere dürfen länger säugen als in konventionellen Betrieben. Antibiotika sind nur für kranke Tiere erlaubt, wenn pflanzliche und homöopathische Mittel nicht helfen, nicht aber prophylaktisch.

Das Futter muss von biologisch bewirtschafteten Feldern stammen, vorrangig von den hofeigenen. Reicht das nicht aus, darf Bio-Futter zugekauft werden, im Notfall auch konventionell gewachsenes. Der Anteil an energiereichem Kraftfutter – Getreide und eiweißreichem Futtermittel – ist bei Rindern begrenzt. Futterzusätze, billige Importfuttermittel, hormonelle Masthilfen und Tiermehlfutter kommen nicht in den Trog. Beim Transport stehen kurze Wege und ausreichend Platz im Vordergrund, um die Tiere nicht unnötig zu stressen.

Gesundheit:

Rund 60 Kilogramm Fleisch essen die Deutschen jährlich von Rind, Schwein und Geflügel, in kleinere Mengen auch von Schaf und Ziege. Das ist etwa das Doppelte von dem, was die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt. Wer zu viel Fleisch und Wurstwaren verzehrt, dem drohen Übergewicht und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

In Bio-Rindfleisch kommen höhere Gehalte an mehrfach ungesättigten Fettsäuren vor. Bio-Fleisch schmeckt aromatisch und enthält weniger Wasser. Es schrumpft daher beim Braten weniger als konventionelles Fleisch .