Keimlinge

Keimlinge und Sprossen


Definition:

Als Keimlinge bezeichnet man gekeimte Samen. Sprossen heißen sie im nächsten Stadium, wenn sich grüne Blättchen gebildet haben. Zum Keimen eigenen sich die Samen von Hülsenfrüchten, Gemüsepflanzen und auch Getreide (siehe Keimsaaten). Keimlinge und Sprossen lassen sich daheim ziehen, manche Sorten gibt es auch schon gekeimt zu kaufen, in der Kühltheke, oder konserviert im Glas. Sie alle sind sehr nährstoffreich: Beim Keimen werden Reservestoffe  mobilisiert und Enzyme aktiviert, wodurch der Gehalt an verfügbaren Vitaminen, Mineralien und Eiweiß steigt.

Herstellung daheim:

Im Naturkost-Laden gibt es Schalen und Gefäße, die eigens zum Anziehen der Keimlinge und Sprossen gedacht sind. Sauberes Arbeiten ist oberstes Gebot, denn bei dem warmen und feuchten Klima im Keimglas  können sich auch Pilze und Bakterien gut vermehren. Grundsätzlich gilt: Samen zu allererst waschen! Je nach Sorte muss das Saatgut dann mehrere Tage in Wasser einweichen. Im Gefäß verteilt, entwickeln sich die Keimwurzeln und der Spross je nach Sorte innerhalb von zwei bis sechsTagen.  Sie müssen gegossen, täglich zwei Mal mit klarem Wasser durchspült und kurz gelüftet werden. Direkte Sonneneinstrahlung vermeiden, 18 bis 20 Grad sind ideal.

Hülsenfrüchte am besten als Keimling ernten, andere Sorten wie Kresse dürfen weiter wachsen, bis Grünes sprießt.  Auch nach der Ernte noch einmal waschen und dann zügig verspeisen. Bei Schimmelbefall die Kultur wegwerfen und das Keimgerät gründlich mit Essig reinigen. Tipp: Einige Radieschen- oder Senfsamen beifügen, sie helfen mit ihren antibakteriellen Wirkstoffen Schimmel vorzubeugen.

Anleitungen gibt´s auf den Saatgutpackungen, auch in Büchern oder Sicher gut gekeimt (Schrot & Korn  3/2013)

Verwendung:

Als Rohkost oder Würzmittel und Dekoration an Salat, als Brotbelag oder für Pfannengerichte.

Konventionelle Produkte:

Konventionelles Saatgut kann mit Pestiziden belastet sein.

Biologische Produkte:

Große Auswahl, denn es können im Grunde aus allen Samen Keimlinge gezogen werden, die das Bio-Siegel tragen.

Neben der Keimsaat zum selber Ziehen  gibt es im Bio-Laden auch frische Keimlinge und Sprossen in der Kühltheke. Vor dem Verzehr unbedingt waschen! Maximal 2 Tage im Kühlschrank aufbewahren, bei unter 5 Grad. Im Glas konserviert stehen  vor allem Bambus-, Soja- und Mungbohnen-Sprossen im Regal.

Gängige Sorten:

Alfalfa sieht der Kresse ähnlich, schmeckt aber milder. Mit ihrem würzig-nussartigen Aroma taugt sie für viele Speisen: als Zutat für Salate und Suppen, in Quark oder auf Butterbrot.

Die Mung(o)bohne – auch grüne Sojabohne genannt – ist eine asiatische Hülsenfrucht. Ihre Sprossen schmecken leicht süßlich, ähnlich wie rohe Erbsen, und knackig frisch – prima im Salat, für die China-Gemüsepfanne und Frühlingsrollen.

Radieschen-Keimlinge sind ganz schön scharf. Sie peppen Salat auf und passen gut zu Tomatenbrot. Sie werden gern für pikante Samenmischungen genommen.

Auch Senf-Saat entwickelt beim Keimen Schärfe und ordentlich Würze. An ihren Würzelchen wächst ein zarter Flaum. Keine Sorge, das ist kein Schimmel. Senfsprossen machen sich gut auf Bratkartoffeln oder im Avocado-Dip.

Bockshornklee entwickelt schon beim Keimen einen charakteristischen Duft, der an Curry erinnert. Kein Wunder, denn ursprünglich gehört er auch in diese Gewürzmischung hinein. Die herzhaften Sprossen aromatisieren Reisgerichte und Aufläufe.

Gekeimte Weizen-Körner entwickeln ein süßlich-mildes Aroma. Neben den Hauptwurzeln wachsen flaumige Nebenwürzelchen. Sie machen sich gut in Pfannengerichten, auf saftigen Broten oder im Müsli.

Achtung:

Schwangere, Kleinkinder und ältere Senioren sollten rohe Sprossen meiden – wegen der Keimgefahr.

Samen von Tomaten enthalten den giftigen Stoff Solanin. Sie eignen sich daher nicht zum Keimen.