Hafer

Hafer


Definition:

Hafer ist ein aus der Familie der Süßgräser. Ursprünglich tragen die Körner Spelzen, mittlerweile gibt es auch Züchtungen ohne, den Nackt- und Sprießhafer.

Hafer enthält mehr hochwertiges Fett und biologisch wertvolles Eiweiß als andere Getreidearten, zudem viele wichtigen Mineralstoffen wie Eisen, Magnesium und Zink und reichlich B-Vitamine.

Geschichte:

Ursprünglich stammt Hafer aus Westasien und kam als Unkraut nach Europa. Bis ins 18. Jahrhundert war er, als Grütze verzehrt, eines der wichtigsten Nahrungsmittel – bis die Brotgetreide Roggen und Weizen ihn verdrängten. Ein Großteil der Haferernte dient heute als Viehfutter.

Verwendung:

Vor allem die Naturkostbewegung hat den Hafer wieder entdeckt. Er ist Zutat von  Müsli und Babybrei, von Brot und Bratlingen, taugt auch für pflanzliche Drinks.

Verarbeitung:

Beim Spelzhafer sind die Körner fest mit den schützenden Hüllen verwachsen. Sie werden zunächst gereinigt und mechanisch entspelzt (“geschält”). Dabei kann der Keimling leicht beschädigt werden, was seine Keimfähigkeit beeinträchtigt.

Für grobe Flocken werden die ganzen Körner anschließend meist gedämpft und dann ausgewalzt. Für feine Sorten zerkleinert man den Hafer vorher zu Grütze.

Konventionelle Produkte:

Meist Spelzhafer, da ertragreicher. Aus gebeiztem Saatgut gezogen, chemisch-synthetisch gedüngt und mit Pestiziden behandelt.

Biologische Produkte:

Aus kontrolliert biologischem oder demeter-Anbau. Herkunft: Deutschland, Frankreich oder Österreich. Viele Hersteller bieten Flocken von Spelz- wie von Nackthafer an, als ganzes Korn, auch als große oder feine Flocken.  Wie anderes Getreide auch gibt es Hafer zu ballaststoffreicher Kleie, Grütze und Mehl verarbeitet. Er ist eine beliebte Zutat in Müsli, Frühstücks- und Baby-Brei, Keksen sowie Brot. Grünen Hafer führt der Naturkosthandel als Tee. Auch werden aus Hafer schmackhafte Milch- und Sahnealternativen hergestellt.

Tip:

Aufgrund seiner vielen Nährstoffe und weil er leicht verdaulich ist, eignet sich Hafer besonders für die Ernährung von Säuglingen, Kindern und Kranken. Seine Beta-Glucane senken zudem den Cholesterinspiegel im Blut.  

Hafer enthält wenig Gluten, weshalb er allein nicht zum Backen taugt, wird aber nicht zwangsläufig von Zöliakie-Kranken vertragen. Vereinzelt gibt es Flocken, die unter 20 mg/kg Gluten enthalten, und damit als glutenfrei gelten.