Hirse


Definition:

Hirse ist ein aus der Familie der Süßgräser. Ihre kleinen gelben Körner sind fett- und eiweißreich. Sie  besitzen den höchsten Mineralstoffgehalt aller Getreidearten mit reichlich Kalzium, Kalium, Magnesium, Kieselsäure, Natrium, Fluor und Eisen. An Vitaminen sind B1, B2, A und C zu nennen. Weiteres Plus: Die Nährstoffe sitzen nicht nur in den äußeren Randschichten, sondern im ganzen Korn.

Geschichte:

Hirse zählt zu den ältesten Getreidearten. Sie kommt aus dem asiatischen Raum. In Deutschland wurde sie bis Anfang des 20. Jahrhunderts angebaut, bis Kartoffeln und Mais sie verdrängten. Inzwischen versuchen Bio-Bauern Hirse unter anderem im Spreewald wieder heimisch zu machen, einst einer traditionellen Anbauregion.

In weiten Teilen Afrikas und Asiens ist Hirse noch heute ein Hauptnahrungsmittel, denn sie wächst auch bei großer Trockenheit. Häufig handelt es sich um die Mohrenhirse Sorghum bicolor. Sie hat größere Körner als die bei uns übliche Rispen- oder Goldhirse (Panicum miliaceum).

Verarbeitung:

Das Hirsekorn ist von einer harten, unverdaulichen Schale umgeben. Nach der Ernte wird die Hirse mehrfach mechanisch gereinigt und anschließend geschält.

Konventionelle Produkte:

Im Hirseanbau werden Herbizide und synthetische Dünger eingesetzt. Unter den konventionellen Nahrungsmitteln hat Hirse nach wie vor nur eine geringe Bedeutung.

Biologische Produkte:

Im Naturkosthandel ist Hirse häufiger zu finden. Sie stammt aus kontrolliert-biologischem Anbau, der ohne chemische Pflanzenschutzmittel und synthetischen Dünger auskommt. Herkunfsländer sind Deutschland, Italien,Österreich, Frankreich, Ungarn. Es gibt sie als ganzes Korn, gemahlen, geschält, gepufft, als Grieß oder Grütze, ferner als Zutat in Babybrei , Flakes, Nudeln und Brot. Sogar glutenfreies Bier wird aus ihr gebraut.

Am häufigsten ist die gelbe Rispenhirse zu finden. Darüber hinaus bieten Bio-Läden auch Braunhirse an, eine rötlich-braune Urform der Rispenhirse. Manche halten sie für noch gesünder, was aber nicht erwiesen ist.

Vereinzelt bieten Bio-Hersteller auch Teffmehl an. Teff, auch Zwerghirse genannt, ist ein altes äthiopisches Kulturgetreide mit nussigem, leicht süßlichem Aroma.

Tip:

Hirse enthält kein Gluten und eignet sich daher gut für Menschen, die dieses Eiweiß nicht vertragen.

Mit reichlich Kieselsäure pflegt Hirse Haut und Haar und stärkt das Bindegewebe.