Biologische Wertigkeit

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Die Biologische Wertigkeit (B.W.) ist eine Bewertungszahl, die angibt, wie viel Gramm menschliches Körpereiweiß aus 100 Gramm Eiweiß eines bestimmten Lebensmittels gebildet werden. Die Höhe der Biologischen Wertigkeit eines Nahrungseiweißes ist im Wesentlichen von der Menge und Relation der darin enthaltenen essentiellen Aminosäuren (Valin, Leucin, Isoleucin, Lysin, Threonin, Methionin, Phenylalanin, Tryptophan) abhängig.

Bei der Berechnung der Biologischen Wertigkeit wird das Vollei-Protein als Bezugspunkt (B.W. = 100) genommen, weil es den menschlichen Bedürfnissen an essentiellen Aminosäuren weitgehend entspricht. Einige Beispiele von Lebensmitteln und ihrer Biologischen Wertigkeit: Milch (88), Soja (84), Roggen (76), Kartoffeln (70), Weizen (56).

Pflanzliches Eiweiß hat eine niedrigere B.W. als tierisches Eiweiß. Letztgenanntes ist deshalb jedoch nicht generell hochwertiger, denn mit dem Verzehr von tierischem Eiweiß werden auch unerwünschte Begleitstoffe wie Purine und Fette aufgenommen.

Ernährungstipp: Jedes Protein ist mit irgendeiner essentiellen Aminosäure (limitierende Aminosäuren) „unterversorgt“. Durch Kombination bestimmter Lebensmittel mit sich ergänzenden Aminosäuren kann die Biologische Wertigkeit jedoch erhöht werden, auch wenn die Eiweißqualität der einzelnen Lebensmittel eher niedrig ist. Wird Weizenmehl (niedriger Lysingehalt) mit Milch (hoher Lysingehalt) vermischt, steigt die B.W. des Proteingemisches auf 105. Weitere Beispiele: Bohnen und Mais (B.W. = 101), Vollei und Weizen (B.W. = 118), Vollei und Milch (B.W. = 122). Die höchste bisher beobachtete B.W. (nämlich 137) erreicht ein Gemisch aus 35 Prozent Vollei und 65 Prozent Kartoffeln.Biotin

Biotin (Vitamin H) ist ein wasserlösliches Vitamin, das eine große Rolle bei verschiedenen Stoffwechselprozessen spielt. Es ist außerdem wichtig für das Wachstum von Haut, Haaren und Nägeln.

Biotin wird zwar von Darmbakterien gebildet, kann jedoch nicht lange gespeichert werden. Es sollte daher auch mit der Nahrung zugeführt werden. Enthalten ist das Vitamin insbesondere in Sojabohnen, Eigelb, Erdnüssen, Haferflocken und Hefe. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt eine tägliche Zufuhr von 30 bis 60 Mikrogramm.

Mangelerscheinungen treten äußerst selten auf. Risikogruppen sind Menschen mit Leberschäden oder Personen, die große Mengen rohes Eiklar essen. Das im Eiklar enthaltene Avidin geht mit Biotin eine so starke Verbindung ein, so dass dieses nicht mehr für die Aufnahme im Körper verfügbar ist. Biotin ist stabil gegenüber Luft und Hitze. UV-Licht verträgt es hingegen nicht. Überdosierungen sind nicht bekannt.