Mikrowellenherd

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Unbehagen bleibt:

Reinstellen, Knopf drücken, fertig ist das Essen. Mikrowellengeräte sind praktisch. Doch bei vielen Nutzern bleibt ein Rest Unbehagen. Die Frage, ob die Mikrowelle Lebensmitteln schadet, ist nicht eindeutig zu beantworten. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung erklärt dazu: “Zahlreiche Untersuchungsergebnisse beweisen, dass sich die Lebensmittelinhaltsstoffe bei der Mikrowellenanwendung nicht anders verhalten als bei anderen Garmethoden.”

Dem widerspricht jedoch eine Studie der Espinardo-Universität im spanischen Murcia. Dort hatten Wissenschaftler Brokkoli auf verschiedene Art und Weise gegart. In der Mikrowelle verlor das Gemüse 85 Prozent seiner wichtigsten Antioxidantien, beim Garen in Wasserdampf waren es nur sechs Prozent. Für Petra Kühne vom Arbeitskreis für Ernährungsforschung steht die Befürchtung im Vordergrund, dass die Mikrowellen die bioenergetische Information der Nahrung verändern. Der Biophotonenforscher Fritz-Albert Popp hat mit seinen Messmethoden festgestellt, dass die Qualität der Nahrungsmittel durch die Strahlung erheblich leidet. Die EU-Ökoverordnung sagt nichts über Mikrowellengeräte aus. Wegen der genannten Unsicherheiten haben die Öko-Anbauverbände jedoch ihre Anwendung in der Verarbeitung, etwa zum Trocknen von Nudeln, untersagt.

Strahlen:

Die Geräte arbeiten mit elektromagnetischen Feldern, die Wassermoleküle zum Schwingen bringen und dadurch erwärmen. Sie nutzen dazu einen Frequenzbereich, in dem auch Handymasten oder Radaranlagen senden. Von beiden ist bekannt, dass sie der Gesundheit schaden können. Doch der Vergleich stimmt nicht. Radarsoldaten bekamen Krebs, weil sie jahrelang an schlecht abgeschirmten Geräten arbeiteten. Von der Strahlung einer Mikrowelle dringt kaum etwas nach außen. Die Felder von Handymasten oder DECT-Telefonen sind deshalb biologisch wirksam, weil sie gepulst abgestrahlt werden. Mikrowellengeräte arbeiten mit gleichmäßiger Strahlung. Deshalb: Angst vor Strahlenschäden muss man mit einer Mikrowelle in der Küche also nicht haben.

Vorsicht überraschend heiß:

Mikrowellen erhitzen Lebensmittel nicht gleichmäßig. Deshalb: Flüssige oder breiige Speisen vor dem Verzehr immer gut umrühren, sonst besteht Verbrühungsgefahr. Bei Fleischgerichten lässt die ungleich verteilte Hitze Erregern wie Salmonellen oder Listerien eine Überlebenschance. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung überlegt deswegen bei Geflügelfleisch und Gerichten mit Frischei, „herkömmliche Zubereitungsmethoden vorzuziehen“.

Auch Energie lässt sich mit der Mikrowelle kaum sparen. Beim Aufwärmen verbraucht sie nur bei kleinen Portionen bis 500 Gramm weniger Strom als ein Elektroherd mit Keramikfeldern. In der Vollwertküche hat die Mikrowelle aus all diesen Gründen keinen Platz. Hier dient zum Erhitzen und Kochen weiterhin der Herd. Der lässt sich auch gut zum Aufwärmen benutzen. Man gibt die Reste mit etwas Fett in einen Topf oder eine Pfanne und lässt sie bei leichter Hitze aufkochen. Bei soßigen Gerichten genügt statt dem Fett etwas Wasser oder Milch. Umrühren nicht vergessen. Das alles ist eine Idee aufwendiger als mit der Mikrowelle, dafür handelt es sich um eine seit Jahrhunderten erprobte Technik.