Mutterkorn

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Mutterkorn wird durch den Schlauchpilz Claviceps purpurea hervorgerufen, der auf 600 verschiedenen Gräsern und anderen Wirtspflanzen als Schmarotzer wachsen kann. Roggen ist unter den Getreidesorten am häufigsten betroffen.

Das Pilzgeflecht setzt sich auf die Frucht, überwuchert den Fruchtknoten und zehrt ihn schließlich auf. Mutterkorn ist leicht vom richtigem Korn zu unterscheiden: Es ist länglich, dunkelviolett bis schwarz und halbmondförmig gebogen. Der Pilz übersteht auch kalte Winter mühelos.

Gefürchtet ist Mutterkorn wegen seiner für den menschlichen Organismus giftigen Stoffe, sogenannter Alkaloide. Sie können Übelkeit, Kopfschmerzen und Krämpfe auslösen. Bei einer chronischen Vergiftung kommt es zu Gefäßverschluß und dadurch zu einer Unterversorgung mit Sauerstoff in den betreffenden Gebieten, einem brennenden Gefühl und im schlimmsten Fall zum Absterben von Gewebe. Ein Mutterkorn enthält im Schnitt 0,2 Prozent dieser Alkaloide. Zu chronischen Vergiftungserscheinungen kann es beim Verzehr von 10 Körnern pro Tag kommen.

Bei den aufwendigen Reinigungsprozessen des Getreides in den Mühlen werden eventuell vorhandene Mutterkörner aussortiert, so daß das Risiko einer Vergiftung – auch bei Vollkornprodukten – zu vernachlässigen ist.