Nitrate

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Salze der Salpetersäure, werden eingesetzt zum Düngen, gelangen dadurch ins Grundwasser und in Lebensmittel. In Boden und Gewässern wird durch die Nitrifikation Nitrat gebildet. Als Endprodukt dieses Prozesses entstehen sie im Zuge der Zersetzung insbesondere eiweißhaltiger Stoffe über die Oxidation gebildeten Ammoniaks durch Bakterien zu Nitrit, das durch andere Bakterien zum Nitrat oxidiert wird. In der Landwirtschaft wurde in den vergangenen Jahrzehnten die Gülle-Wirtschaft forciert. Dadurch wurden die Böden in erheblichem Umfang mit leicht nitrifizierbaren Stickstoffverbindungen belastet. Die Folge war ein drastischer Anstieg des Nitratgehaltes im Grundwasser. In vielen Gegenden wurde dadurch die Gewinnung von Trinkwasser gefährdet, da hierfür ein Grenzwert von 50 mg/L gilt. Das Nitrat kann direkt von pflanzlichen Organismen als Stickstoffquelle aufgenommen und verwertet werden. Unter sauerstoffarmen Verhältnissen, wie sie in Kläranlagen und in tieferen Schichten von Seen auftreten, kommt es zu einer bakteriellen Nitratreduktion zu Nitrit.

Nitrat selbst ist weitgehend ungiftig. Grenzen zur Toxizität für Säugetiere und Menschen liegen in der gleichen Größenordnung wie diejenigen von Chlorid und Sulfat, im zweistelligen Gramm-Bereich. Durch übersteigerte Ionenzufuhr können Probleme im Wasserhaushalt des Körpers entstehen. In Lebensmittelverordnungen sind Grenzwerte im Milligramm-Bereich festgelegt. Für Trinkwasser gilt in der EU ein Grenzwert von 50 mg/L. Die Ursache hierfür liegt in der Gefahr einer Reduktion des Nitrats zu Nitrit. Diese ist gegeben, wenn der Darm durch entsprechende Bakterien fehlbesiedelt ist, die eine solche Reduktion durchführen können. Auch bei Säuglingen bis zum sechsten Monat besteht die Gefahr einer akuten Vergiftung. Die Erstlingsflora des Darmes kann bevorzugt auch Nitrit-bildende Bakterien enthalten.

siehe auch: Nitrit