Pestizide

Naturkost-ABC:
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Sammelbegriff für chemische Pfanzenbehandlungs- und Schädlingsbekämpfungsmittel, die auch beschönigend als Pflanzenschutzmittel bezeichnet werden. In Deutschland sind derzeit rund 1000 Präparate auf der Grundlage von über 200 Wirkstoffen zugelassen. Die Gruppe der Pestizide gliedert sich in Fungizide (gegen Pilze), Insektizide (gegen Insekten und Herbizide (gegen Unkräuter). Die kumulativen Wirkungen dieser Mittel sind für Mensch und Umwelt verheerend. Im kontrolliert-biologischen Landbau ist der Einsatz von Pestiziden nicht gestattet.

Schädlingsbekämpfungsmittel, chemische Substanzen, die gegen tierische oder pflanzliche Schädlinge eingesetzt werden. Unterscheidung in:

  • Herbizide (gegen unerwünschte Beikräuter)
  • Insektizide (gegen unerwünschte Insekten)
  • Fungizide (gegen Pilzerkrankungen)
  • Akarizide (gegen Milben)
  • Rodentizide (gegen Nager)
  • Nematozide (Fadenwürmer)
  • Molluskizzide (Schnecken)

Konventionelle Landwirtschaft:

Am häufigsten werden Herbizide, Fungizide und Insektizide eingesetzt. Sie können sich in den Produkten anreichern und gelangen über das Futter in den tierischen Organismus. Dort werden sie in den Fettdepots gesammelt und landen über Fleisch, Butter, Milch, Eier und andere tierische Nahrungsmittel schließlich am Ende der Nahrungskette: Beim Menschen. Viele dieser Chemikalien kann der Mensch nicht ausscheiden. Sie werden im Fettgewebe gespeichert und summieren sich so im Laufe eines Lebens. Ein guter Indikator dafür ist beispielsweise die Muttermilch. Während der Stillzeit werden die Fettreserven im Körper mobilisiert und die Gifte freigesetzt. Muttermilch ist häufig mit chlorierten Kohlenwasserstoffen belastet. Die Langzeitfolgen und die möglichen Synergiewirkungen der Gifte im Körper kann die Wissenschaft heute noch nicht genau abschätzen. Für die Natur birgt der Gifteinsatz andere Gefahren. Die Schädlinge werden mit der Zeit resistent gegen die Gifte – neue Agrochemikalien müssen entwickelt werden. Neben den Schädlingen werden auch Nützlinge getötet, das biologische Gleichgewicht empfindlich gestört. Heute werden bei uns im Gegensatz zum Beginn der Agrochemie Pestizide eingesetzt, die sich in der Natur schnell wieder abbauen. Unproblematisch sind sie aber dennoch nicht: Sie zerfallen in neue Substanzen. Was sie vielleicht irgendwann bewirken ist noch unklar. Daneben werden Entwicklungsländer auch heute noch unbeirrt von der westlichen Welt mit hochgiftigen langlebigen Substanzen wie Lindan, DDT oder Heptachlor versorgt. Die Gefährdung von Mensch, Tier und Natur wird billigend in Kauf genommen.

Kontrolliert-biologischer Anbau:

Die Richtlininen der anerkannten Anbauverbände verbieten den Einsatz von Pestiziden. Gegen Beikräuter sind vorbeugende Maßnahmen sowie mechanische und thermische Methoden erlaubt.

  • Vorbeugend: Abwechslungsreiche Fruchtfolge und Bodenbearbeitung an der Oberfläche
  • Mechanische Methoden: Hacken
  • Thermische Verfahren: gezieltes Abflammen

Um den Insektenbefall zu vermindern, wird vorbeugend auf folgende Kriterien Wert gelegt:

  • Auswahl von gesunden, robusten Sorten, die an den Boden und die klimatischen Verhältnisse angepaßt sind
  • Abwechslungsreiche Fruchtfolge
  • Gesunderhaltung des Bodens mit Kleinstlebewesen durch Verzicht auf chemisch-synthetische Dünger und schonende Bodenbearbeitung.

Durch diese Maßnahmen reduziert sich der Schädlingsbefall erheblich. Kommt es zu einer erhöhten Population, sind folgende Maßnahmen erlaubt:

  • Pflanzenpräparate wie zum Beispiel Brennesseljauche
  • Mineralstäube wie zum Beispiel Algenkalk
  • Insektizide auf der Basis von Pflanzenextrakten. Sie sollen nur sehr eingeschränkt verwendet werden, die Anwendung ist oft mit den Anbauverbänden im Einzelfall abzuklären.
  • Gegen Pilzbefall dürfen Schwefel und Kupfersalze verwendet werden.
  • Biologische Bekämpfung mit natürlichen Feinden der Schädlinge.