Trauben

Naturkost-ABC:
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Weltweit gehört die Traube zum beliebtesten Obst nach den Zitrusfrüchten. Allerdings dienen 85 Prozent der Weinerzeugung, fünf Prozent werden getrocknet und als Rosinen verkauft. Ein eher geringer Teil der Ernte wird als Traubensaft angeboten und aus den Kernen gewinnt man ein schmackhaftes und hochwertiges Speiseöl. Nur etwa zehn Prozent der Ernte kommt als Tafeltrauben auf den internationalen Frischmarkt. Mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von knapp sechs Kilo jährlich ist Deutschland der größte Abnehmer.

Botanik:

Trauben zählen zu den Beerenfrüchten. Sie wachsen in Rispen angeordnet an rankenden Rebstöcken, die bis zu 50 Jahre alt werden können. Je nach Verwendung für Weinbau oder Frisch-verzehr unterscheidet man Kelter- und Tafeltrauben. Bei den Sorten, die eigens für den Weinbau gezüchtet werden, sind die Beeren klein und hängen meist so kompakt an den Rispen, dass sich kaum eine einzige herauslösen lässt. Auch haben sie oft dickere Schalen und mehr Kerne als die Früchte, die als Tafel- oder Desserttrauben bei uns in den Handel kommen. Neben ihren Farben unterteilt man Tafeltrauben auch nach ihrer Form, in Datteltrauben (längliche Früchte) und Muskat-trauben (große, runde Beeren), außerdem in „kernhaltig“ und „kernlos“. Die kernlosen Sorten wie „Thompson Seedless“ oder „Sultanas“ erreichen zunehmend Bedeutung – auch auf dem Biomarkt. Die Sortenvielfalt bei Trauben ist unüberschaubar, bis zu 8000 sollen es sein, deren Bezeichnungen jedoch stark variieren, oft wird eine Sorte unter mehren Synonymen geführt.

Geschichte:

Der wilde Wein stammt aus dem Raum zwischen Kaukasien und Mittelasien. Erste, 4000 Jahre alte Darstellungen von kultivierten Reben gab es bei den Ägyptern, wo Trauben in den hängenden Gärten Babylons wuchsen. Bei prähistorischen Grabungen in der Schweiz sowie in Amerika fand man Reste alter Traubenkerne. Schon früh also verbreitete sich die Traube rund um den Erdball. Ihre Beliebtheit gründet sich nicht zuletzt auf die Entdeckung des Gärprozesses. Schon im 17. Jh. vor Christus kannte man im antiken Griechenland Kelter- und Tafeltrauben. Bis zur „kleinen Eiszeit“ im Mittelalter blühte der Wein sogar in Schleswig Holstein und auf Rügen. Fast alle europäischen Klöster bewirtschafteten einen Weingarten, Rotwein galt als „blutbildende“ Medizin.