Zimt

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Zählt zu den ältesten Gewürzpflanzen. Wird aus der Rinde von Zweigen des Zimt- oder Kaneelbaumes gewonnen. Stammt vorwiegend aus Ceylon, Indien, den Sundainseln und Brasilien. Wird in Stangenform oder als Pulver angeboten.

Ende 2006 hat das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) vor dem Aromastoff Cumarin in Zimt gewarnt. Bei Untersuchungen hatte Zimtgebäck die Höchstgehalte der europäischen Aromenrichtlinie deutlich überschritten. Das BfR sieht vor allem für Kinder ein erhöhtes Risiko.

Cumarin kann die Leber schädigen. Das weiß man aus Tierversuchen und weil Cumarin als Arzneimittel bei wenigen dafür empfindlichen Menschen, nach mehreren Wochen Einnahme, Leberschäden verursachte. Setzten die Patienten das Medikament ab, erholte sich die Leber wieder. In diesen Fällen handelte es sich um Cumarin als isolierte Einzelsubstanz. Auch die Empfehlung des BfR, täglich nicht mehr als 0,1 Milligramm Cumarin je Kilogramm Körpergewicht zu sich zu nehmen, beruht nur auf Erfahrungen mit reinem Cumarin.

Lebensmittel wie Zimtsterne sind jedoch Gemische, in denen sich die einzelnen Inhaltsstoffe beeinflussen. Deshalb verhalten sich Stoffe als Einzelsubstanz oft anders als im natürlichen Verbund, hat die Senatskommission zur Beurteilung der gesundheitlichen Unbedenklichkeit von Lebensmitteln festgestellt. Das Expertengremium stellte bereits im Frühjahr 2006 fest: „Toxische Wirkungen, die in Tierexperimenten mit isoliert verabreichten Lebensmittel-Inhaltsstoffen beobachtet werden, müssen nicht unbedingt, in Art und Umfang, bei Aufnahme im Lebensmittel in gleicher Weise auftreten.“

Das BfR bestätigt, dass für den gelegentlichen Verzehr von Zimt als Gewürz keine Nebenwirkungen bekannt sind und bisher auch nicht danach geforscht wurde. Im Übrigen gibt es zwei Sorten von Zimt: Ceylon-Zimt, der kaum Cumarin enthält, und Cassia-Zimt mit einem Anteil von 0,1 bis 0,5 Prozent Cumarin. Letzterer macht ungefähr 90 Prozent der weltweiten Zimternte aus.

* Rat: Verbrauchern empfiehlt das BfR, sich bei Zimt zurückzuhalten. Insbesondere Kleinkinder sollten Zimtgebäck nur in Maßen verzehren. Bei hohen Cumarin-Gehalten könne die tolerierbare tägliche Aufnahmemenge für Kleinkinder durch drei Zimtsterne ausgeschöpft sein. Andere cumarinhaltige Produkte wie Frühstücksflocken, Milchreis, Punsch oder Lakritze dürften an diesem Tag nicht zusätzlich verzehrt werden.

Für bedenklicher hält die Behörde Zimtkapseln als Nahrungsergänzungsmittel, die bei Diabetikern den Blutzuckerspiegel senken sollen.

Die Kapseln enthalten weit mehr Zimt als Kekse oder Milchreis und werden auch noch täglich eingenommen.